Alte HDD aus der 386er-Zeit auslesen

iYassin

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10.347
Hi zusammen,

ich habe aus einem alten Intel 386SL-basierten Notebook eine 2.5" IDE-HDD extrahiert und würde diese gerne auslesen. Es handelt sich um eine Seagate ST9144A mit 128MB. Das Notebook selbst ist leider defekt, da drin ist vermutlich die CMOS-Batterie ausgelaufen, wodurch auf dem Board einige Stellen korrodiert sind und es auf den Einschalter nicht reagiert. Auf dem Gerät dürfte damals Windows 3.11 oder Windows 95 gelaufen sein, sicher weiß das aber leider niemand.

Nun habe ich die HDD mal einfach per 2.5" IDE-USB-Adapter an einen Windows 7-Rechner (damit es zumindest ein bisschen älter ist) angeschlossen. Die Platte läuft an, klingt ziemlich gesund und wird unter Windows auch erkannt - im Explorer sehe ich aber nichts, im diskmgmt.msc wird sie als "Unbekannt, nicht initialisiert" angezeigt und in der Kommandozeile mittels Diskpart wird die Laufwerkskapazität mit 0 Bytes angegeben.

Geht das überhaupt, eine so alte HDD auf diese Weise auszulesen? Oder muss ich da einen anderen Ansatz verfolgen?

Vielen Dank schonmal für Eure Hilfe!

Viele Grüße,

iYassin
 
Auf dem Gerät dürfte damals Windows 3.11 oder Windows 95 gelaufen sein, sicher weiß das aber leider niemand.
Geht das überhaupt, eine so alte HDD auf diese Weise auszulesen? Oder muss ich da einen anderen Ansatz verfolgen?
Mit einem Linux-Livesystem (z.B. Knoppix) booten und schauen ob dann was zu sehen ist?

SMART-Status der HDD (falls vorhanden/auslesbar) ?

Hier wären weitere Infos zu dieser HDD inkl. Installation Guide von 1992:
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin mir zwar nicht sicher, aber im BIOS gibt es die AHCI Einstellung, die man auf Kompatibilität mit IDE Festplatten hin optimieren kann. Da würde ich als Erstes gucken.
 
Bisher hatte ich bei alten HDDs via USB mit einem Adapter (HAMA 53105 mit sep. Netzteil) nur Probleme wenn der MBR nicht lesbar war. Allerdings auch keinen Trick bisher, außer Einbau in Alt-PC und der HDD eine neuen MBR zu verpassen (mit DFSEE).
(Vorpost AHCI oder Comp im BIOS weiß ich jetzt nicht mehr, muß ich direkt mal testen, Desktop läuft Comp, T400 AHCI.)
 
AHCI greift m.E. nur bei internen HDD. Über USB auf IDE-Adapter sollte die Platte lesbar sein. Aber wie oben bereits angesprochen, sollte das besser mit Linux (notfalls sogar mit Testdisk und Photorec) ausgelesen werden.
 
Ich würde das auch mit einem Linux versuchen und dann mittels dd ein Abbild abziehen und damit arbeiten.

Vermutlich liegt das Problem im alten Dateisystem FAT16, mit dem aktuelle OS nicht zurechtkommen.

Hier läge z.B. ein T40 herum mit nativem IDE-Port. Und die alten IDE-Platten mussten vor enhanced IDE und Cable-Select ja noch auf Master-Slave gejumpert werden und am richtigen Pfosten stecken bei den 40-adrigen Ports. Beim Läppi war die HDD ohnehin Master.

 
Moin,
Linux kann aber auch nicht hexen, wenn ein solch genannter Adapter möglicherweise noch mehr Probleme macht, als die Platte selbst. Ein Versuch mit Linux ist schnell gemacht und wegen der anderen Treiber immer einen Versuch wert. Sonst bitte einen funktionierenden PC aus der Zeit damals verwenden, wie Albert es schon geschrieben hat.
 
Vorab, nicht dass das so noch von Uneingeweiten als Tatsache übernommen wird:
In beide T4x Schächte passen 9.5mm Platten, ins T2x u davor auch noch 12.7mm
(irgendwo hab ich auch mal ne 16er vorm Zusammenbau in nen 12.7er reingezwängt, nur so aus Spass, war vmtl grad knapp irl ;)

Meine 2nd HDDs in 760ed, 600, T2/4x sowie X2/3 bzw 570 bases funzen ohne dass jumper auf die vorhandenen pins gesetzt sind.
KA was AHCI im bios machen würde, vmtl im besten Fall nix.
Win7 kann hier FAT16 über son 2.5<->usb2 steckerteil lesen u schreiben ohne dabei chaos zu verursachen.
(aber niemals ohne Abmelden den Stecker ziehen!),

Grundsätzlich funzten alle meine div 2.5 hdds an div 2.5/3.5 auf 2.0usb adaptern
allerdings war davon iirc keine so alt wie die kapazität dieser 144er als top modell ihrer reihe vermuten lässt.
und zu ihrer Zeit gabs vmtl noch das hier zu beachten:
Bei gaanz alten TPs, iirc vor 760, evtl auch inkl, da musste die Leitung für pin 39 oder 40 unterbrochen werden
um neuere pladden funktionsfähig anzuschliessen.
Einige user haben damals ne Bahn des Flachkabels gecuttet,
ich hielt den pin webiegen, so dass der stecker grad eben drauf ging, für weniger invasiv,
da es noch viel mehr funzende pladden als TPs gab. Hat sich btw nun etwas angeglichen.
Kann nicht mehr genau sagen ob die Inkompatibilität am TP, Kabel oder HDD lag, jedenfalls wars entweder 39 oder 40
.
Zb ne 0-invasive Lösung, die auch einfachen test erlaubt obs nun Pin 39 o 40 ist, bzw falsche Fährte,
wäre eine Verlängerung aus gefleddertem male und female stricken.
 
Nur so als Anmerkung : Die Seagate 2,5" ST9144A ist laut dem Link von #2 19 mm hoch !

Gruss Uwe
 
Aus der Erfahrung mit einer 3,5" ide von vor 2 Wochen: schau mal nach den Jumpern. Erst als ich die auf Master gejumpert hatte, ging sie auch im externen Gehäuse. Vielleicht ist da ja der Hase im Pfeffer. Vg
 
Geht das überhaupt, eine so alte HDD auf diese Weise auszulesen? Oder muss ich da einen anderen Ansatz verfolgen?
Nein, vermutlich nicht. Sie muss zwingend einem primären IDE-Port eines Rechners gestartet werden, weil der MBR nicht mehr stimmt.

Diese Platten waren und wurden immer größer und hatten mehr Köpfe und Sektoren als zu der Zeit, als das BIOS geschrieben wurde.

Deswegen konnte
  • die richtige Anzahl Spuren, Köpfe und Sektoren direkt in das BIOS geschrieben werden, wenn das BIOS diese Funktion schon hatte
  • ein auf Diskette mitgelieferter, sogenannter "Extender" installiert werden, der sich direkt auf den MBR setzte und die richtigen Daten der Platte in den RAM schrieb, bevor das Betriebssystem (MS-DOS, WIN 3x oder WINDOWS 95) startete
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EZ Drive 8.01.jpg
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Nein, vermutlich nicht. Sie muss zwingend einem primären IDE-Port eines Rechners gestartet werden, weil der MBR nicht mehr stimmt.

Diese Platten waren und wurden immer größer und hatten mehr Köpfe und Sektoren als zu der Zeit, als das BIOS geschrieben wurde.

Deswegen konnte
  • die richtige Anzahl Spuren, Köpfe und Sektoren direkt in das BIOS geschrieben werden, wenn das BIOS diese Funktion schon hatte
  • ein auf Diskette mitgelieferter, sogenannter "Extender" installiert werden, der sich direkt auf den MBR setzte und die richtigen Daten der Platte in den RAM schrieb, bevor das Betriebssystem (MS-DOS, WIN 3x oder WINDOWS 95) startete


Stimmt - Ohne die Biosdaten ging damals nichts. Und wehe der Aufkleber war unlesbar....
Wäre evtl ein anderes Notebook noch eine Idee? Ich muss mal sSchauen, ob ich die alten compaq entsorgt hab.
 
Ich habe Zugriff auf diverse Rechner mit Asus SP3G Mainboard unter Windows 95. Sind PCs in Anlagensteuerungen. In 2 davon läuft die gleiche HDD.
Könnte also einfach durch Austausch Deine Platte testen.
 
Etwas Ergänzung: die Probleme mit BIOS und Größe starteten irgendwo bei 120-160GB (müßte jetzt alte Literatur nachsehen). Das hing mit der Adressierung zusammen - large Disk o.ä. Ich habe damals überwiegend max 80GB unter OS/2 verbaut, lieber eine zweite dazu anstatt 160GB. Es war relativ gängig, den MBR neu anzu legen, wenn man den Rechner wechselte, bzw. von DOS umstieg. Das galt für OS/2 und Win NT, beides von MS und IBM gemeinsam geschrieben. Bei Win bis XP konnten auch alte DOS Programme, wenn LBA (logical block addressing) im Programm verwendet wurde, bis <2GB Daten-Partitions verwenden (FAT16 Adressgrenze). Zumindest in den 90ern konnten diese Größen problemlos hin und her gewechselt werden. Ob es dann FAT16 oder NTFS/HPFS war spielte keine Rolle, nur <2GB.

Ich vermute beim Jumpering, daß hier Master/Slave verwechselt wurde *). Die Jumper sollten keine Rolle spielen, außer bei evtl. Addressierungs-Angaben (16 oder 16+bit) bei größeren HD. DOS verlangte mindestens eine primary Partition, bei XP bin ich mir nicht sicher (vermutlich für die Boot-Partion erforderlich, System geht auch auf Logical Partition), bei neueren OS/2 spielte das keine Rolle mehr.

Egal wie, der MBR muß lesbar sein. Danach kann man mit Tools weiter arbeiten. Unter OS/2 konnte per FDISK ein neuer MBR angelegt werden, per DFSEE von Stick gebootet geht es ebenfalls. DFSEE ist inzwischen free für mehrere Betriebssysteme, inkl. Linux, und ist mein HDD-Tool auf allen PCs. Allerdings..... kann fast alles, aber man muß selber einiges zu HDD-Formaten wissen, kein "freilaufendes ich-repariere-Tool".

*)eigenen Nachtrag zum Jumpern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich nutze gern eine führende Softwarelösung im Bereich der digitalen Forensik und Incident Response

Da gibt es den Exterro FTK Imager als Freeware beim Anbieter.

Hat mir schon oft geholfen.

Nur bei Hardware Schäden wird es
mühsam.
 
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