Über die Kompetenz von Computer-Magazinen

CMaster

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Hi,

es ist hochinteressant, wie "kompetent" der Autor Andreas Dumont im com! Computer-Magazin Empfehlungen ausspricht. (Der von mir zitierte Artikel "SSD-Kaufberatung" befindet sich in der com! Ausgabe vom Juni 2013 auf Seite 92.)

Hierzu ein paar Beispiele.

Im Punkt Voraussetzungen schreibt er:

Prozessor: Die Hardware-Voraussetzungen sind moderat: Jeder halbwegs moderne PC eignet sich für den Einbau einer SSD. Die CPU sollte allerdings mindestens Dual Core, besser noch Quad Core sein. Einzelkern-CPUs und Atom-Prozessoren sind schlicht zu langsam, um mit den Datenmengen einer schnellen SSD umzugehen.

Sehr geehrter Herr Dumont, seit wann bitte schön das? Gerade bei langsamen Notebooks lohnt sich eine SSD ungemein! Der Prozessor ist meist ganz und gar nicht Flaschenhals, die HDD ist es. Ob eine SSD aufgrund eines eher schwachen Prozessors nun 200mb/s statt 350mb/s bringt, ist doch absolut egal. Der Anwender möchte doch nicht mit MBs angeben, sondern schnelle Reaktionszeiten haben. Es geht in erster Linie darum, Daten und Programme zügig parat zu haben und nicht, ob sie jetzt eine Viertel Sekunde schneller da sind oder nicht.

Weiter geht es mit dem Mainboard:

Es gibt die Standards SATA I mit theoretisch maximal 150 MByte/s, SATA II mit 300 MByte/s und SATA III mit 600 MByte/s.
SATA I ist definitiv zu langsam. Eine SSD an SATA II kann zwar nicht Vollgas geben, denn eine SSD schafft gut und gerne 500 MByte/s, während bei SATA II bei 300 MByte/s Schluss ist. Dennoch merken Sie einen Geschwindigkeitszuwachs gegenüber einer Festplatte. Ideal ist eine SSD an einem SATA-III-Anschluss.

Hier dasselbe. 150mb/s sind absolut ausreichend, um eine SSD zu betreiben. Es handelt sich trotzdem um eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung gegenüber einer HDD, die meist nie über 100mb/s kommt. Wozu also unbedingt SATA II oder III? Der gefühlte Geschwindigkeitszuwachs kommt durch die schnelle Reaktionszeit, nicht durch einen schnellen Datendurchsatz.

Im Punkt Die richtige Größe lässt er Folgendes von sich:

64 GByte: Für das nackte Betriebssystem reichen bereits 64 GByte. Von einer so kleinen SSD ist dennoch abzuraten. Zum einen ist sie langsamer als ihre größeren Schwestern. [...] Außerdem findet dort lediglich das Betriebssystem ausreichend Platz. Für Programme ist dann nichts mehr übrig.

Welches konventionelle Betriebssystem benötigt mehr als 25GB inkl. aller Treiber? Gar keins! So bleiben noch etwa weitere 25GB für seine Dokumente und Programme. Normalen Anwendern, welche keine Spiele spielen oder enorm viele Filme o. Ä. auf ihrer Platte haben, reicht der Speicher absolut aus. Von viel zu wenig Speicherplatz kann hier also keine Rede sein.

Es soll auch User geben, die Linux einsetzen, welches dann noch weniger Speicherplatz in Anspruch nimmt.

Interessant ist, dass er auf den Punkt Lebenszeit gar nicht eingeht. Es wird nichts darüber gesagt, dass man die Finger von bestimmten Modellen lassen sollte, da sie alles andere als langlebig sind.
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Und nein, die com! habe ich mir nicht gekauft, ich habe interessehalber ein kostenloses Probeabo abgeschlossen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende,

Tilman
 
Kompetenz und Computer-Magazine sind Gegenteile.

es gibt paar Ausnahmen aber nicht viele
gruss
 
es gibt paar Ausnahmen aber nicht viele

Ganz klar, ich will gar nicht sagen, dass jedes Computer-Magazin inkompetent ist, nur bei dieser Zeitschrift ist es mir extrem aufgefallen.

Auch die sonstige Qualität bezeichne ich eher als mittelmäßig. Auf der beigelegten CD befindet sich, soweit ich das sehen konnte, ausschließlich Freeware und OpenSource. Das kann ich mir doch gleich selbst downloaden.
 
Also ich hab ja in dem Bereich viel durch ...

Mit 11 hatte ich so angefangen, Computermagazine zu lesen, erst mit der ComputerBild, und dann auch immer schön die beigelegte Software auf den Famillien PC installiert, den musste ich dann neuinstallieren, das hat mir die computerbild also beigebracht :D. Mit zunehmendem Alter wurde mir dann aber die ComputerBild doch zu primitiv, und ich schwenkte auch die Chip um, so mit 12/13, die war schon ein paar Stücke besser, aber im Nachhinein sind die Artikel doch schon zu flach und primitiv, da kann ich dann auch Google nutzen. Seit zwei Jahren habe ich nun ein c't-Abo, und bin eigentlich im großen und ganzen doch zufrieden damit, ist schon ein ganz anderes Niveau, manche Ausgaben finde ich aber besser als andere, das Abo werrde ich aber wohl beibehalten.

Aber als ich mir die com angeschaut hatte, die ging wenig auf Hardware und viel auf Software ein, am meisten hatte mich aber das rauhe Papier der com gestöhrt, das hat sich jedenfalls eingebrannt ... :rolleyes:
 
Du kannst als freier Mitarbeiter schreiben ;) Hat mein Bruder ne Zeitlang für die PC Games Hardware gemacht ;) Besser die Themen an freiwillige übergeben, die sich gerne die Zeit nehmen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen bzw aus Hobby schon viel darüber wissen. Manchmal heißt es dann einfach: "Wir brauchen noch ne Story - schreib mal was"

Das da oben sind jetzt kleinere Fehler. Klar spielt die CPU auch ne Rolle, die muss dir Daten auch verarbeiten, aber trotzdem kann sie schneller auf die Daten zugreifen - ergo, Geschwindigkeitszuwachs gibt es, aber evtl nicht ganz so viel wie bei einem 8 Kerner... die anderen Punkte sind ähnlich Wahlsch (Wahr Falsch, hab ich grad erfunden :) )
 
ich gebe dem TE prinzipiell recht, wobei man bedenken muss, an welche zielrguppe es sich richtet.
Wenn man pauschalisieren muss stimmen seine angaben schon, sind nur nicht allgemein gültig. Viele Leser der com werden sich wohl nicht mit details auseinandersetzen und geben sich mit oberflächlichen wissen zufrieden.
Machen wir auch meist nicht anders, wenn es um andere Themen geht.

Hardwareversierte lesen nicht ohne Grund meist andere Magazine.
 
Der Beitrag scheint tatsächlich - vorsichtig ausgedrückt - sehr schlecht recherchiert zu sein. Dass der Chefredakteur so etwas durchgehen lässt, wundert mich schon sehr. Bei uns würde ich - hätte ich solche "Weisheiten" eingereicht - den Artikel zurückbekommen mit der freundlichen Bitte, das grundlegend zu überarbeiten.

Aber man muss das Umfeld kennen, um solche Ausrutscher beurteilen zu können. Ich kenne den Kollegen Dumont nicht persönlich, aber er scheint festangestellter Redakteur zu sein. Die Frage ist jedoch, wo er angestellt ist. Denn mittlerweile haben sich in unserer Branche spezialisierte Zeitarbeitsfirmen breit gemacht - eine absolut tödliche Entwicklung für jede Form von Kreativität und Qualität. Deren Mitarbeiter leisten die gleiche Arbeit wie ein beim Verlag angestellter Redakteur, bekommen jedoch deutlich weniger Gehalt. Von Equal pay keine Spur. Den Redakteuren obliegt nicht nur die Aufgabe, Beiträge selbst zu verfassen, sondern sie redigieren auch Beiträge freier Autoren. Das kann - sofern der freie Autor bei einem Thema nicht gefechtsfest ist - viel Zeit in Anspruch nehmen. Zudem stehen die Redakteure unter starkem Druck wegen teils sehr stark nachgebender Auflagenzahlen. Die hier im Fokus stehende Zeitschrift hat im letzten Jahr etwa 25% Auflage eingebüßt (Abos und Freiverkauf zusammen) - man kann sich gut vorstellen, was da hinter den Kulissen abläuft.

Was gerade bei solch hardwarezentrierten Artikeln erschwerend hinzukommt: Eigentlich nur noch der Heise-Verlag leistet sich ein eigenes Testlabor. Wenn ein Autor oder Redakteur bei einem Thema nicht über die nötige Erfahrung verfügt, kommt halt so etwas heraus wie oben beim Kollegen Dumont. Gerade bei diesen Themen muss getestet werden, und das setzt ein Labor zwingend voraus, in dem ausreichend Maschinen stehen. Bei Vergleichstests bekommt man Geräte gestellt (es gibt spezielle Distributoren, die das machen), aber ohne eigene Erfahrung und Qualifikation geht es nicht.

Gruß
enrico65
 
Tja, und deswegen lese ich nur die c't.;) Ich hab hier auch noch einige andere Zeitschriften, auch die com!, und die Unterschiede sind doch sehr gravierend.

Welches konventionelle Betriebssystem benötigt mehr als 25GB inkl. aller Treiber?

Windows 7 kommt sogar inklusive Treibern mit 10GB aus. Deshalb habe ich nun bei meinem X220 von 128GB auf 64GB gewechselt.
 
Die Artikelqualität bei der c't schwankt auch stark.
Habe selbst noch ein Abo, aber in der heutigen Zeit sehe ich das eher als eine Art Themenübersicht an. Wenn mich dann ein Thema mehr als nur oberflächlich interessiert, dann schaue ich im Internet nach.
 
Ich denke, mal davon abgesehen, dass die von CMaster rezitierten Textstellen wirklich plump, flach und in ihrer Form quasi einen gewissen abschließenden Charakter beinhaltend daherkommen, die Masse an Lesern nicht unbedingt auffällt bzw. dieses einfach geschluckt wird. Ganz nach dem Motto: "Höher, schneller, weiter" oder "klotzen statt kleckern".

Die Zielgruppe ist vermutlich der normale Kunde, den genaueren Details nicht sonderlich interessieren. Einfach gestrickt- "wenn´s nicht geht muss ich zwingend aufrüsten". Alles Andere setzt voraus, dass ich genau hinschauen muss und Zusammenhänge erkennen sollte.
Für mich ist das ein im wahrsten Sinne des Wortspiels ein sogenannter "Wegwerfartikel", ich/man(n)/Frau lese diesen beim Frisör, oder im Wartezimmer, hierbei ist nicht wichtig ob er zu Ende gelesen wird -ein Zeitvertreib- ich stehe auf und habe ihn vergessen...

Mehr Anspruch wird die Zeitung/der Verlag offensichtlich nicht haben. Als ich mim Krankenhaus war und mal so gerade wieder über die Bettkante schauen konnte "flehte" ich auch nach einer Computer-Bild" (bis eine meiner c´t mir mitgebracht wurde). Das war wirklich O.K., ich wusste worauf ich mich einließ und es war eine kurzweilige Unterhaltung...

und ja, ich habe auch weiterhin ein c`t-Abo.
 
Passend hierzu die Meinung von Chip über Thinkpads:

Heute mutet es fast schon lächerlich an - damals war es der absolute Hammer und sorgte für Staunen: Das IBM ThinkPad machte Anfang der 90er Jahre den Laptop populär. Es definierte die Form und das grundlegende Aussehen, setzte erstmals auf Design-Aspekte und bot mit dem mittig angelegten Trackpoint eine interessante Steuerungsmöglichkeit der grafischen Benutzeroberflächen. Das erste ThinkPad-Modell der 700er Serie wurde 1992 veröffentlicht und bot einen 25-MHz-Prozessor sowie eine 120 MByte Festplatte. Heute lebt die ThinkPad Baureihe unter dem Hersteller Lenovo fort, der IBMs Computersparte erworben hat, und ist nun sogar als Ultrabook-Variante erhältlich.

Quelle: http://www.chip.de/bildergalerie/Legendaere-Hardware-30-Kult-Klassiker-Galerie_61694452.html?show=3
 
Bei den Voraussetzungen unterscheidet sich die Meinung des Artikelautors nicht von der Einschätzung der c't. In "Am Limit - Die Geschwindigkeit von SATA-II- und SATA-6G-SSDs in der Praxis", c't 15/2012, S. 150, schreibt Boi Feddern:
Benchmark-Ergebnisse sind eine feine Sache, doch der Alltag sieht anders aus. Bei in der Praxis häufigen Zugriffsmustern können SSDs ihr theoretisches Potenzial offenbar selten auf die Straße bringen. Für welche SSD aus dem aktuellen Angebot man sich auch entscheidet: Der Rechner arbeitet nach dem Umrüsten erheblich schneller als mit Magnetplatte. Auch ältere Systeme lassen sich so noch einmal flott machen, sofern sie schon mit einem Mehrkern-Prozessor ausgerüstet sind.

Das Thema SATA-Bandbreite wird hier im Forum ebenfalls kontrovers beurteilt, viele meinen doch z.B. man käme bei den *61 keinesfalls ohne Middleton-BIOS aus.
 
Die Com! ist meiner Meinung nach nur was für voll-DAUs. Hab mir eine Zeitschrift mal geholt und NICHTS dadrin war neu für mich ...
 
Vielleicht trete ich jetzt einigen auf die Füße, aber was derartige Magazine betrifft hab ich noch nie irgendwelche übergroße Kompetenz feststellen können (Der CT gestehe ich das noch am ehesten zu). Ansonsten kann man das Inkompetente/Unfähige auf die ganze Magazin-Branche ausdehnen, ganz gleich ob es über Segeln, Computer oder was auch immer. Für ich hat das bestenfalls unterhaltenden Charakter, für echtes Wissen taugt das Web mittlerweile viel besser.

Grüße Thomas
 
Windows 7 kommt sogar inklusive Treibern mit 10GB aus. Deshalb habe ich nun bei meinem X220 von 128GB auf 64GB gewechselt.

Bitte nicht von einer Installation ohne jegliche Updates auf Normalnutzer schließen. :p


Welches konventionelle Betriebssystem benötigt mehr als 25GB inkl. aller Treiber? Gar keins! So bleiben noch etwa weitere 25GB für seine Dokumente und Programme. Normalen Anwendern, welche keine Spiele spielen oder enorm viele Filme o. Ä. auf ihrer Platte haben, reicht der Speicher absolut aus. Von viel zu wenig Speicherplatz kann hier also keine Rede sein.

Ich würde auch von dem Einsatz einer 64GB SSD abraten, wenn's z.B. um Win7 oder Win8 geht. Mein Win8 Tablet mit 64GB ist immer relativ knapp, und meine 128er SSDs sind auch zu ~60GB voll (keinerlei Daten - jeweils nur OS und Programme... keine Spiele!). Wenn ein Ottonormaluser nach 2 Jahren 25GB OS + 10GB Office/Browser + 4-8GB Pagefile + 4-8GB Hibernation File dann doch noch eine "Spezialanwendung" mit 10GB installieren möchte, ist die Platte eben nicht mehr ausreichend...


Was die Kompetenz der Fachzeitschriften angeht... nun ja, die war eh nie besonders toll. Manches ist aber eben auch Ansichtssache und hängt von der Arbeitsweise ab. :)
 
Wie gesagt, nicht von Dir aus auf Normaluser schließen. Eine übliche Win7 64bit Installation hat nach ein paar Monaten ca. 15-25GB (C:\Windows) + Auslagerungsdatei + Hibernation-File... Hier im Haus sagen die Rechner jeweils 17, 20, 22 und 23GB für C:\Windows, und da wurde schon Einiges "verschlankt".
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei mir eben ohne Auslagerung, Recovery und Hibernate. Auch nach 6 Monaten hat mein X301 keinen Megebyte weniger Platz auf C:. Man muss nur ein bisschen auf ein "sauberes" Nutzungsverhalten achten.
 
@linrunner:

Dem zitierten Autor muss ich aus Praxiserfahrung leider massiv widersprechen. Der Flaschenhals im System ist auch bei Einkern-CPU's ab dem Tualatin nicht die CPU oder die Anzahl der Kerne, sondern die HDD. Ab dem Tualatin mit 830-er Chipsatz wird UDMA100 unterstützt, und herkömmliche Platten (selbst die WD3200BEVE) kommen auch nicht annähernd an die maximale Busgeschwindigkeit heran - egal, welcher Zugriffsmodus genutzt wird. SSD's liefern hier schon aufgrund ihrer dramatisch geringeren Zugriffszeiten einen deutlichen Geschwindigkeitsschub selbst auf diesen alten PATA-Systemen. Bei seriellen Zugriffen hängt der EastWho-Controller alle anderen SSD's mit SATA-Controllern ab und schöpft nahezu die volle Busgeschwindigkeit aus. Das merkt man selbst auf einem X24 mit 1,130 GHz-Tualatin deutlich, und zwar nicht nur beim Booten.

Lediglich dort, wo die Geschwindigkeit der SSD unbedeutend ist, z.B. beim Video- oder Audio-Encoding, ist kein Unterschied festzustellen. Hier ist CPU-Leistung gefragt.

Gruß
enrico65
 
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