Windows: Global Device ID führt zu gerichtswirksamer Identifikation

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Windows: Global Device ID führt zu gerichtswirksamer Identifikation

In einem Gerichtsprozess in den USA stellte sich heraus, dass eine Global Device ID von Windows Nutzer identifizierbar macht.

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(Bild: zffoto / Shutterstock.com)

14:10 Uhr
Lesezeit: 3 Min.
Security
Von Dirk Knop

Microsoft nutzt in Windows eine Global Device ID (GDID). Die macht Windows-Installationen eindeutig erkennbar, sie übersteht Neustarts und Windows-Updates und lässt sich nicht entfernen. Das sorgt nach wie vor für Aufregung – aber wirklich überraschen dürfte das eigentlich niemanden. Überraschend ist eigentlich nur, dass die
GDID nun vor Gericht Bestand hat und zur Identifizierung eines vermutlichen Täters geführt hat.
Weitere Informationsquellen, z.T. detailliert, Aktualisierung wie mir dazu was auffällt (bes. was man dagegen tun kann, oder abschwächt)

Windows Latest vom 1. Juli 2026
Microsoft admits Windows 11 has a GDID tracker with no off switch, first documented publicly in an FBI hacker complaint

Winfuture vom 12. Juli 2026
GDID: Microsoft bestätigt nicht deaktivierbare Windows-Gerätekennung
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessant auch:
Der Strafanzeige ist zu entnehmen, dass der Angeklagte anhand der Windows-GDID trotz Nutzung von VPN-Diensten erkannt wurde. Die Dokumente erklären etwa, dass Cybersecurity-Forscher von Microsoft Zugriff auf Daten wie Computer-Maschinen-IDs, IP-Adressen und Malware-Samples haben. Mittäter der Kriminellen erkennen sie demnach etwa an der Nutzung derselben IP-Adresse, die der ursprüngliche Täter genutzt hat.
 
Heya
Ich habe das GDID Thema auf "wie kann man das im Zaum halten" auf diversen IT Webseiten abgegrast. Fazit bisher: eindämmen geht in einem ziemlich engen Rahmen, abschalten oder gar deaktivieren scheint, Stand jetzt, nicht machbar zu sein.

Der Schachzug von MS, die GDID mit der Windows Lizenz Aktivierung und MS-Store Apps zu verknüpfen, blockiert jeden Versuch, der GDID Einhalt zu gebieten. Eine Q 'n D (Quick 'n Dirty) Suche wirft das ab:

Es ist nicht möglich, den Global Device Identifier (GDID) in Windows 11 vollständig abzuschalten, ohne dass Windows-Aktivierung oder Microsoft Store Apps beschädigt werden. Die Kennung ist tief in das System integriert, und Microsoft bietet keine nutzerseitige Deaktivierungsoption an.

Um das Tracking und die Datenübertragung zu minimieren, können jedoch folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Lokales Konto verwenden: Vermeiden Sie die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto, da der GDID primär mit diesem verknüpft ist und die Identitätszuordnung ermöglicht.
  • Diagnosedaten reduzieren: Deaktivieren Sie in den Einstellungen unter Datenschutz & Sicherheit > Diagnose und Feedback die optionalen Diagnosedaten, um die Menge der an Microsoft gesendeten Telemetrie zu verringern.
  • Dienste und Endpunkte blockieren: Technische Nutzer können PowerShell-Skripte (z. B. von GitHub-Projekten wie no-gdid) nutzen, um die Connected Devices Platform und Delivery Optimization zu deaktivieren sowie die entsprechenden Microsoft-Server-Endpunkte über die hosts-Datei zu blockieren. Dies verhindert zwar die Übertragung, löscht aber nicht die lokal gespeicherte ID.
  • Aktivitätsverlauf ausschalten: Deaktivieren Sie den Aktivitätsverlauf, um zu verhindern, dass Microsoft Aktivitäten mit der Geräte-ID verknüpft. Beachten Sie, dass diese Funktion in neueren Windows-11-Versionen (ab 23H2) bereits entfernt wurde.
Ein Neuinstallation des Betriebssystems erzeugt zwar eine neue GDID, verliert jedoch oft ihre Wirksamkeit, sobald das gleiche Microsoft-Konto wieder angemeldet wird. Für maximale Privatsphäre empfehlen Experten den Wechsel zu einem Linux-Betriebssystem.

Mir ist ein Tool namens no-GDID aufgefallen, was GDID Dienste blockiert, nicht aber deaktiviert:
no-gdid ist ein Open-Source-Projekt (MIT-Lizenz), das darauf abzielt, den Global Device Identifier (GDID) in Windows 11 zu blockieren und die damit verbundene Berichterstattung an Microsoft zu unterbinden. Der GDID ist eine persistente Geräte-ID, die bei der Anmeldung mit einem Microsoft-Konto erstellt wird und von der FBI im Fall United States v. Peter Stokes (2026) zur Verfolgung eines mutmaßlichen Scattered Spider-Mitglieds genutzt wurde, das sich durch VPNs getarnt hatte.

Das Tool erreicht dies nicht durch das Löschen des GDID (da dieser serverseitig gespeichert ist und bei Neuanmeldung zurückkehrt), sondern durch das Abschalten bestimmter Windows-Dienste (CDPSvc, CDPUserSvc, DoSvc) und das Blockieren der zugehörigen Netzwerk-Endpunkte über die hosts-Datei. Dabei bleibt die Authentifizierung über login.live.com erhalten, sodass das Microsoft-Konto weiterhin genutzt werden kann.

Wichtige Einschränkungen und Details:

  • Keine Anonymität: Das Tool stoppt nur die Berichterstattung vom lokalen System; es löscht nicht den auf Microsoft-Servern gespeicherten GDID.
  • Funktionsverluste: Das Deaktivieren der Dienste beeinträchtigt Funktionen wie Delivery Optimization, Phone Link und die nahegelegene Freigabe.
  • Vorsicht bei der Anwendung: Da Systemdienste deaktiviert werden, wird dringend empfohlen, das Tool zunächst in einer virtuellen Maschine (VM) mit einem Snapshot zu testen.
  • Technische Umsetzung: Das Projekt stellt PowerShell-Skripte bereit, um den GDID zu lesen (Audit), die Änderungen vorab zu prüfen und schließlich die Dienste zu deaktivieren sowie die Endpunkte zu blockieren. Eine Rückgängigmachung ist über ein Revert-Skript möglich.
Egal wie man die MS-Spionage bewertet, die wird ein P.i.t.A (Pain In The A**) bleiben, da bei anscheinend jedem Update, ganz sicher jedem neuen Upgrade die GDID wieder da ist. Selbst eine komplette Neuinstallation ist " für die Tonne", da eine neue GDID generiert wird.

Würde mich interessieren was die Apfelbauern und Androidenschrauber in Richtung deren GDID verheimlichen?

Gruß
TS
 
Zuletzt bearbeitet:
Zumindest im Open-Source-Universum sollte so etwas doch bekannt werden, oder?
 
Heya Patzi

Zumindest im Open-Source-Universum sollte so etwas doch bekannt werden, oder?
z.B. no-gdid ist wohl Open-Source. Aber wo ist der Benefit, wenn man nach jedem Update / Upgrade wieder von vorne "reparieren" muß. Und sei Dir sicher MS kriegt das irgendwann mal spitz und schiebt neue Riegel vor.

TS
 
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