Also mein Fazit ist da recht zwiespältig. Die Handschrifterkennung ist zwar überraschend gut. Allerdings nur, wenn die Wörter auch im Dictionary vorhanden sind. Und das ist leider oft nicht der Fall. Dann versucht MS irgendwie ein anderes zu treffen, das klappt natürlich nicht. Dabei ist die deutsche Sprache ein großes Hindernis, weil die Grammatikerkennung irgendwie nicht so gut mit zusammengesetzen Wörtern und bestimmten Flexionen umgehen kann. Auf englisch geht es dagegen fast fehlerlos. Das liegt auch daran, dass auf Englisch ein Handschrifttraining möglich ist - für Deutsch nicht. URLs oder besondere Wörter einzugeben erfordert schließlich immer den manuellen Wechsel in den "Letter Modus". Das ist doch recht umständlich. Auch der Wechsel zwischen Sprachen. Dabei wird dann auch lästiger Weise das Tastaturlayout auf diese Sprache umgestellt (völliger Nonsense). Mein Fazit nach vielen Versuchen daher: Unbrauchbar. Ich bin ja dann auf Linux gewechselt und arbeite nun mit Cellwriter. Das hat zwar nur eine Druckbuchstabenerkennung, die funktioniert dafür viel besser als die von Windows. Damit hat man aber die obigen Probleme nicht. Damit bin ich recht zufrieden, solange man nur wenige Zeilen schreibt, oder URLs eingibt, Formulare ausfüllt etc, funktioniert das spitze und auch recht schnell, ca 130 Anschläge/Minute erreiche ich fehlerfrei (und damit schneller als Handschrift unter Windows, wenn man das Korrigieren einrechnet, da ist die erreichbare Geschwindigkeit stark abhängig vom Text, bis zu 160 erreicht man auf Englsch). Freihandschrift kann man in xournal ebenso wie unter Windows in journal machen. Da wird aber nichts erkannt. OneNote hat aber auch den Vorteil, dass man Seiten komfortabel durch Tabs anspringen kann, das ist die eigentliche Überlegenheit gegenüber xournal (die Handschrifterkennung bzw. Suche benutzen die meisten nicht, da zu unzuverlässig oder langsam). Für mich ist das handschriftliche Mitschreiben aber - nach diversen Versuchen - nicht sinnvol. Ich kann praktisch alles deulich schneller und genauer per Tastatur eingeben. Insgesamt ist diese Situation zwar nutzbar, aber noch weit von ausgereift entfernt. Zusammen mit der überlegenen Gestenerkennung (easystroke) sehe ich Linux jedenfalls auch in im Bereich Tablet-PC vor Windows.
Für Windows 7 sind deutliche Verbesserungen am TIP geplant. Und es gibt auch ein paar Tools die das ersetzen wollen (z.B. Inker). Noch ist das aber alles nicht ausgereift genug, um einsatzbereit zu sein, das wird aber noch besser. Mein Fazit: Wer sich zu viel von der Tabletnutzung erwartet, der wird wohl enttäuscht sein.