Hallo Leute,
ich weiß, dass das X60t nicht mehr das jüngste Modell ist, aber da es gerade vergleichsweise erschwinglich ist (auch für Schüler) und neuere Modelle keine bahnbrechenden Neuerungen bieten, ist es hoffe ich immer noch interessant. Auch hoffe ich in diesem Thread Leuten, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Tablet zu kaufen, einige möglicherweise hilfreiche Informationen bieten zu können. Ich bin Schüler in der 12. Klasse eines bayerischen Gymnasiums, aber ich denke, meine Erfahrungen dürften in einer Uni ähnlich ausfallen.
Letztes Jahr kam ich erstmals auf die Idee, mein Notebook in der Schule zum Mitschreiben zu verwenden. Die Lehrer meiner Schule waren der Idee weitestgehend sehr aufgeschlossen, ich konnte also mit meinem X60 (damals noch kein Tablet) ohne Probleme mitschreiben. In manchen Fächern ergaben sich viele Vorteile: deutlich aufgeräumtere und auf Grund der Tippgeschwindigkeit auch vollständigere Hefteinträge. Dies war vor allem in den Sprach- und Lernfächern (Erdkunde, Deutsch etc.) der Fall. In Mathe, Physik und Chemie jedoch ärgerte mich das Notebook mehr, als es half. Skizzen waren entweder zeitaufwendig (lenkten also ab) oder schlichtweg unmöglich (z.B. organische Chemie, Physik) am PC zu erstellen. Mein Banknachbar und bester Freund versucht es weiterhin mit dem normalen Notebook und hat für Chemie eine Art ASCII-Art für die Skizzen entwickelt :-D . Mir war das allerdings zu kompliziert und so bin ich zum Tablet PC, genauer gesagt dem X60 Tablet, gekommen.
Das Tablet in der Arbeit
Mit der ausführlichen Einleitung möchte ich die Grenzen der herkömmlichen Notebooks illustrieren: Zwar kann man deutlich schneller Text eingeben, das Gliedern der Gedanken fällt jedoch nicht so leicht, schnell und intuitiv aus wie auf Stift und Papier oder eben dem Tablet. Vorteile gegenüber Stift und Papier hat das Tablet auch einige:
1. Mit OneNote lassen sich Notizen sehr einfach und schnell organisieren. Ich habe oft versucht, meine Papierstapel und Hefteinträge irgendwie zu sortieren, mir ist das aber nie wirklich gelungen. Jetzt habe ich keine Probleme mehr: OneNote kann sogar handschriftlichen Notizen durchsuchen.
2. Es ist deutlich rückenfreundlicher, besonders, wenn man seine Nachschlagewerke etc. digitalisiert hat
3. Mit Stift und Papier muss man sich die „Formatierung“ der Notizen vorher überlegen – wenn mal etwas geschrieben ist, kann man nichts mehr daran ändern. Am Tablet-PC kann man Farbe, Position und sogar Größe nachträglich ändern. Die Durchstreichgeste lässt unerwünschten Text sehr schnell wieder verschwinden.
4. Überall wo man auf Funktionen trifft kann man diese mit Microsoft Math dank sehr guter Handschrifterkennung sofort visualisieren lassen – da ich noch nie sehr gut darin war, schöne Funktionen zu zeichnen, ist das Programm für mich sehr hilfreich
5. Mit TEO (Tablet Enhancements for Outlook, seit ein paar Monaten kostenlos) lassen sich handschriftlich Termine in Outlook erstellen
Kurzum: Meine Einträge sind schöner, besser organisiert und übersichtlicher als früher.
Unheimlich praktisch finde ich auch die Funktion, in OneNote oder Journal „hineinzudrucken“. Die Programme installieren sich als ein Drucker und die dadurch „ausgedruckten“ Dateien lassen sich z.B. mit einem Textmarker bearbeiten.
Auch in der Freizeit macht das Tablet eine Menge Spaß. Dafür sorgen das Firefox-AddOn Grab&Drag (kinetisches, iPhone-artiges Scrolling), StrokeIt und diverse andere Tools.
Häufig gestellte Fragen
Zeige ich Leuten das Tablet, so fragen sie fast immer das gleiche. Ich werde mal versuchen, hier einige zu beantworten.
Kann man die Handschrift auch in Text umwandeln?
Dazu möchte ich sagen, dass das bei einer gut lesbaren Schrift zwar gut klappt, aber dass ich nicht wirklich den Sinn dahinter sehe. Tippen geht deutlich schneller als Schreiben und die wesentlichen Vorteile der handschriftlichen Eingabe gehen verloren. Ich persönlich lerne auch deutlich besser, wenn ich meine eigene Schrift sehe.
Wie ist das Gefühl beim Schreiben?
Man muss nicht viel Druck ausüben und es schreibt sich definitiv anders als auf Papier. Dank des aktiven Digitisers darf man die Hand ablegen, also ist der einzige Unterschied die etwas „glitschige“ Schreiboberfläche im Vergleich zu Papier. Ich finde das sehr angenehm. Wem es nicht gefällt, der kann sich andere Minen holen um das Schreibgefühl mehr an das von Papier anzugleichen. Der Stift ist sehr bequem zu halten, auch auf lange Zeit, und meiner macht (zumindest noch) einen stabilen Eindruck.
Wie gut lässt sich Windows ohne Tastatur bedienen?
XP lässt sich ganz gut mit dem sogenannten TIP (Tablet Input Panel) bedienen. Dazu kommt noch das wunderbare StrokeIt, das Mausgesten ermöglicht (z.B. zum Minimieren, Schließen von Fenstern; Starten von Programmen usw. usw.). Insgesamt kommt man gut ohne Tastatur über die Runden, wenn man nicht gerade längere Texte verfassen möchte.
Fragen wie: „Ist das denn auch ein normales Laptop?“ erspare ich euch hier jetzt mal :-D
Zum Laptop selbst
Mein X60 Tablet ist von der Verarbeitung ein wenig merkwürdig. Der „Rumpf“, also der Teil mit Tastatur etc., fühlt sich robuster an als jedes andere Laptop, das ich je in den Händen gehalten habe. Mein Monitorgehäuse dagegen knarzt an einer Ecke und auch die Festplattenklappe wirkt eher billig, aber nicht instabil. Insgesamt jedoch ist es wirklich sehr gut verarbeitet.
Die Leistung reicht für Office, Internet und Bildbearbeitung locker aus (XGA ist bei letzterem allerdings etwas knapp bemessen, weswegen ich mich momentan nach dem SXGA+ Modell umsehe). Der L2400 wirkt sehr zügig, auch im Akkubetrieb – ich brauche nicht mehr. Der Akku hält ohne WLAN und bei 5/7 der maximalen Helligkeit ca. 6 Stunden, was locker für einen Schultag reicht. Mit WLAN geht etwa eine Stunde verloren. Auf der Tastatur tippt es sich wunderbar – sie kommt mir sogar noch besser vor als die im X60. Im Vergleich zum X60 fällt auch die Lautstärke sehr positiv auf: Mein Tablet ist (auch im Netzbetrieb) sehr ruhig und wird überhaupt nur z.B. bei HD-Filmen hörbar. Selbst dann empfinde ich ihn nicht als störend, er hat eine sehr angenehme Frequenz.
Da ich gerne Musik am Laptop höre, sind für mich die Störgeräusche, die der Kopfhörerausgang bei mir abgibt, ziemlich nervig. Möglicherweise ist das jedoch nur bei mir so.
Das waren also meine Gedanken und Erfahrungen zum X60t und zu Tablets im Allgemeinen. Ich hoffe, es war für euch etwas interessantes dabei.
Viele Grüße,
Martin
ich weiß, dass das X60t nicht mehr das jüngste Modell ist, aber da es gerade vergleichsweise erschwinglich ist (auch für Schüler) und neuere Modelle keine bahnbrechenden Neuerungen bieten, ist es hoffe ich immer noch interessant. Auch hoffe ich in diesem Thread Leuten, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Tablet zu kaufen, einige möglicherweise hilfreiche Informationen bieten zu können. Ich bin Schüler in der 12. Klasse eines bayerischen Gymnasiums, aber ich denke, meine Erfahrungen dürften in einer Uni ähnlich ausfallen.
Letztes Jahr kam ich erstmals auf die Idee, mein Notebook in der Schule zum Mitschreiben zu verwenden. Die Lehrer meiner Schule waren der Idee weitestgehend sehr aufgeschlossen, ich konnte also mit meinem X60 (damals noch kein Tablet) ohne Probleme mitschreiben. In manchen Fächern ergaben sich viele Vorteile: deutlich aufgeräumtere und auf Grund der Tippgeschwindigkeit auch vollständigere Hefteinträge. Dies war vor allem in den Sprach- und Lernfächern (Erdkunde, Deutsch etc.) der Fall. In Mathe, Physik und Chemie jedoch ärgerte mich das Notebook mehr, als es half. Skizzen waren entweder zeitaufwendig (lenkten also ab) oder schlichtweg unmöglich (z.B. organische Chemie, Physik) am PC zu erstellen. Mein Banknachbar und bester Freund versucht es weiterhin mit dem normalen Notebook und hat für Chemie eine Art ASCII-Art für die Skizzen entwickelt :-D . Mir war das allerdings zu kompliziert und so bin ich zum Tablet PC, genauer gesagt dem X60 Tablet, gekommen.
Das Tablet in der Arbeit
Mit der ausführlichen Einleitung möchte ich die Grenzen der herkömmlichen Notebooks illustrieren: Zwar kann man deutlich schneller Text eingeben, das Gliedern der Gedanken fällt jedoch nicht so leicht, schnell und intuitiv aus wie auf Stift und Papier oder eben dem Tablet. Vorteile gegenüber Stift und Papier hat das Tablet auch einige:
1. Mit OneNote lassen sich Notizen sehr einfach und schnell organisieren. Ich habe oft versucht, meine Papierstapel und Hefteinträge irgendwie zu sortieren, mir ist das aber nie wirklich gelungen. Jetzt habe ich keine Probleme mehr: OneNote kann sogar handschriftlichen Notizen durchsuchen.
2. Es ist deutlich rückenfreundlicher, besonders, wenn man seine Nachschlagewerke etc. digitalisiert hat
3. Mit Stift und Papier muss man sich die „Formatierung“ der Notizen vorher überlegen – wenn mal etwas geschrieben ist, kann man nichts mehr daran ändern. Am Tablet-PC kann man Farbe, Position und sogar Größe nachträglich ändern. Die Durchstreichgeste lässt unerwünschten Text sehr schnell wieder verschwinden.
4. Überall wo man auf Funktionen trifft kann man diese mit Microsoft Math dank sehr guter Handschrifterkennung sofort visualisieren lassen – da ich noch nie sehr gut darin war, schöne Funktionen zu zeichnen, ist das Programm für mich sehr hilfreich
5. Mit TEO (Tablet Enhancements for Outlook, seit ein paar Monaten kostenlos) lassen sich handschriftlich Termine in Outlook erstellen
Kurzum: Meine Einträge sind schöner, besser organisiert und übersichtlicher als früher.
Unheimlich praktisch finde ich auch die Funktion, in OneNote oder Journal „hineinzudrucken“. Die Programme installieren sich als ein Drucker und die dadurch „ausgedruckten“ Dateien lassen sich z.B. mit einem Textmarker bearbeiten.
Auch in der Freizeit macht das Tablet eine Menge Spaß. Dafür sorgen das Firefox-AddOn Grab&Drag (kinetisches, iPhone-artiges Scrolling), StrokeIt und diverse andere Tools.
Häufig gestellte Fragen
Zeige ich Leuten das Tablet, so fragen sie fast immer das gleiche. Ich werde mal versuchen, hier einige zu beantworten.
Kann man die Handschrift auch in Text umwandeln?
Dazu möchte ich sagen, dass das bei einer gut lesbaren Schrift zwar gut klappt, aber dass ich nicht wirklich den Sinn dahinter sehe. Tippen geht deutlich schneller als Schreiben und die wesentlichen Vorteile der handschriftlichen Eingabe gehen verloren. Ich persönlich lerne auch deutlich besser, wenn ich meine eigene Schrift sehe.
Wie ist das Gefühl beim Schreiben?
Man muss nicht viel Druck ausüben und es schreibt sich definitiv anders als auf Papier. Dank des aktiven Digitisers darf man die Hand ablegen, also ist der einzige Unterschied die etwas „glitschige“ Schreiboberfläche im Vergleich zu Papier. Ich finde das sehr angenehm. Wem es nicht gefällt, der kann sich andere Minen holen um das Schreibgefühl mehr an das von Papier anzugleichen. Der Stift ist sehr bequem zu halten, auch auf lange Zeit, und meiner macht (zumindest noch) einen stabilen Eindruck.
Wie gut lässt sich Windows ohne Tastatur bedienen?
XP lässt sich ganz gut mit dem sogenannten TIP (Tablet Input Panel) bedienen. Dazu kommt noch das wunderbare StrokeIt, das Mausgesten ermöglicht (z.B. zum Minimieren, Schließen von Fenstern; Starten von Programmen usw. usw.). Insgesamt kommt man gut ohne Tastatur über die Runden, wenn man nicht gerade längere Texte verfassen möchte.
Fragen wie: „Ist das denn auch ein normales Laptop?“ erspare ich euch hier jetzt mal :-D
Zum Laptop selbst
Mein X60 Tablet ist von der Verarbeitung ein wenig merkwürdig. Der „Rumpf“, also der Teil mit Tastatur etc., fühlt sich robuster an als jedes andere Laptop, das ich je in den Händen gehalten habe. Mein Monitorgehäuse dagegen knarzt an einer Ecke und auch die Festplattenklappe wirkt eher billig, aber nicht instabil. Insgesamt jedoch ist es wirklich sehr gut verarbeitet.
Die Leistung reicht für Office, Internet und Bildbearbeitung locker aus (XGA ist bei letzterem allerdings etwas knapp bemessen, weswegen ich mich momentan nach dem SXGA+ Modell umsehe). Der L2400 wirkt sehr zügig, auch im Akkubetrieb – ich brauche nicht mehr. Der Akku hält ohne WLAN und bei 5/7 der maximalen Helligkeit ca. 6 Stunden, was locker für einen Schultag reicht. Mit WLAN geht etwa eine Stunde verloren. Auf der Tastatur tippt es sich wunderbar – sie kommt mir sogar noch besser vor als die im X60. Im Vergleich zum X60 fällt auch die Lautstärke sehr positiv auf: Mein Tablet ist (auch im Netzbetrieb) sehr ruhig und wird überhaupt nur z.B. bei HD-Filmen hörbar. Selbst dann empfinde ich ihn nicht als störend, er hat eine sehr angenehme Frequenz.
Da ich gerne Musik am Laptop höre, sind für mich die Störgeräusche, die der Kopfhörerausgang bei mir abgibt, ziemlich nervig. Möglicherweise ist das jedoch nur bei mir so.
Das waren also meine Gedanken und Erfahrungen zum X60t und zu Tablets im Allgemeinen. Ich hoffe, es war für euch etwas interessantes dabei.
Viele Grüße,
Martin






