Habe ein 1GB TurboMemory Modul in meinem X61s.
So, jetzt mal für alle Unwissenden und Nichtssagenden:
Bei einem 1GB Modul werden 512MB für Readyboost genutzt, 512 MB für ReadyDrive.
Readyboost beschleunigt definitiv im Zusammenspiel mit Superfetch (standardmäßig aktiviert in Windows Vista) den Start von Programmen. Das hat Microsoft mit Word, Outlook und dem Internet Explorer bewiesen.
Es ist auch beim Firefox Start zu merken. Der Start des Programms verkürzt sich um etliche Sekunden. Je komplexer das Programm, bzw. je größer die Datenbanken (Outlook etc.), desto eher ist ein Geschwindigkeitsvorteil zu erkennen (messen).
Die Optimierung zum Start der Programme läuft im Hintergrund per Superfetch im Verbund mit Readyboost. Readyboost ergänzt somit die Auslagerungszeiten ins RAM. Da Readyboost ja auch nicht als RAM agiert, sind Aussagen wie "Readyboost taugt nix, weil es langsamer ist als RAM" völliger Schwachsinn.
Zu beachten ist hingegen: Die Performance steigt nicht sofort nach Aktivieren von Readyboost. Erst nach etlichen Tagen, Neustarts und Programmstarts sind die Prozesse in Superfetch und Readyboost soweit optimiert, dass es effizient arbeitet. Der Grund ist, dass eine Indizierung häufig genutzer Programme erfolgt. Somit passt Windows ständig die Cache-relevanten Programme im Index an.
Zu ReadyDrive: Diese Funktion dient als Zwischenspeicher zur Festplatte. Soll im Mobilfall folgendes heißen: Die Festplatte ist aus, doch ein Programm, wie Firefox lagert beim Surfen Daten aus. Diese werden abgefangen und nicht direkt zur Festplatte geleitet, sondern gehen in den 512MB ReadyDrive Anteil vom TurboMemory. Erst wenn dieser Puffer voll ist, geht die Festplatte wieder an und der "Puffer" wird entleert, bzw. die zuvor abgefangenen SchreibZugriffe werden durchgeführt. Somit bleibt die Festplatte definitiv länger stumm und es werden die typischen "Interrupts" abgefangen.
Nachteil der Geschichte: Es kommt insbesondere dann, wenn der Puffer restlos voll ist und entleert wird, zu Verzögerungen beim Arbeiten. Das Programm (bsp. Firefox) scheint für 5 oder auch 10 Sekunden nicht zu reagieren. Die Festplatte arbeitet in dieser Zeitspanne unter Vollast (die abgefangenen Schreibzugriffe werden durchgeführt). Nachdem der Puffer entleert ist, geht die Festplatte wieder in den Standbymodus (vorausgesetzt, man hat den aggressiven Hybrid-Standbymodus im Energiemanager aktiviert).
Readydrive beschleunigt den Windows-Start ebenfalls um einige Sekunden, weil der Puffer auch als Optimierungsquelle zum Systemstart genutzt wird.
Im Praxisfall bleibt die Festplatte mit Turbomemory Readydrive definitiv aus, wenn man mit dem PC nicht arbeitet. Es kommt also nicht zu den willkürlichen "Spin-Ups" der Festplatte, was einige Leute z.B. erst durch HDPARM (Zusatzprogramm zur Festplatten-Standbyregulierung) erreichen.
Stromverbrauch: Testläufe haben ergeben, dass das Modul selbstverständlich einen Mehrverbrauch hat, als wenn es ausgeschaltet wäre. Durch die geringeren Wake-Ups der Festplatte kommt man ungefähr auf dieselbe Laufzeit des Laptops, als wenn man das Modul nicht nutzen würde. Somit +-0.
Jedem sei es deshalb selbst überlassen, ob er die Funktionen nutzen möchte oder nicht.
Für mich überwiegen hingegen die Vorteile: Schnellerer Systemstart, schnellerer Start der Programme, Festplatte bleibt häufiger aus, auch ohne Zusatzpgrogramme wie HDPARM. Man verliert / gewinnt keine Akkulaufzeit.
Ich habe diverse Tests mit weit über 10 Vista 32bit und Vista 64bit Installationen durchprobiert. Es soll mir also keiner kommen und sagen, er kann keinen Unterschied mit / ohne Turbomemory feststellen. Diese nichts-sagenden subjektiven Eindrücke sind nicht einmal eines Kommentares Wert. :thumbdown: