SSD und verschlüsselte Dateien (Container)

marlic

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1 Feb. 2009
Beiträge
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Hallo,
ich habe eine Frage zu SSD-Platten und verschlüsselte Dateien bzw. Container.
Wie bekannt ist, haben SSD nur eine begrenzte Wiederbeschreibarkeit und Windows 7 behandelt sie entprechend umsichtig, indem Dateien immer wieder auf andere Sektoren geschrieben werden, um eine möglichst gleichmässige Abnutzung zu erreichen.

Ich habe meine Daten in einem verschlüsselte Container auf der HD. Dieser Container füllt nicht die gesamte Partition aus, sondern ist z.Zt doppelt so gross, wie die Menge and Speicherplatz, die benötigt wird.

Sehe ich es richtig, dass ich bei einer SSD meinen Container grösser machen sollte, um diese gleichmässige Abnutzung der Sektoren weiterhin zu gewährleisten oder ist diese Containerstellung lediglich virtuell zu verstehen und hat keinerlei Bedeutung, welche Sektoren auf der Partition letztlich genutzt werden?
 
Im Gegenteil (imho): Es ist eher besser, die Containerdatei so klein wie möglich zu machen (aus Sicht der SSD, nicht der Sicherheit). Die "Dateistruktur" hat ja eh nichts zu sagen, denn der SSD-Controller verteilt die Daten "kreuz und quer" über die Speicherzellen, nicht wie früher bei Festplatten, die aufgrund des Kopfes bei sequentiellem Schreibzugriff "Spur für Spur" schreiben.

Der SSD-Controller braucht freie Speicherblöcke für seine Arbeit, einmal fürs schnelle Schreiben (=Eigenheit der MLC-SSDs) und fürs "Wear leveling", also die gleichmässige Abnutzung. Das Problem an Containerdateien ist ja nun, dass der SSD-Controller nicht weiss, welches "wirkliche Daten" und welches nur "Füllmaterial" ist, ist ja klar. Der Controller kann also nur noch mit den "freien" Speicherblöcken ausserhalb der Containerdateien jonglieren, was seine Freiheit einschränkt, wenn die Containerdatei sehr groß ist. Ok, das sollte man nicht überbewerten, da SSDs bis zu 20% freier Restkapazität normalerweise nicht in der Perfomance einbrechen und jede SSD noch Reservesektoren "ausserhalb der nominalen Kapazität" hat. Gewisse Gegenmaßnahmen sollten also schon vorhanden sein.

IMHO würde ich eine SSD immer so frei wie möglich halten (und die "Trimfunktionen" nutzen soweit vorhanden) ... ansich sollten aber die Controller, zumindest die von Intel, relativ intelligent beim Wear leveling sein. So richtig weiss das aber noch keiner, da die Langzeiterfahrungen schlichtweg fehlen.

Da man nie genau weiss, was das Betriebssystem und der SSD-Controller im Geheimen so machen, ist das ganze SSD-Kram schon ein kompliziertes Thema, sieht man ja auch am ganzen Diskussionen um Trim & Co bei den SSDs. Auch weiss - zumindest ich - nicht, wie das Verschlüsselungsprogramm das mit dem Lesen/Schreiben handhabt ... also schwierige Frage ;).
 
danke für die ehrliche Antwort.
Die Langzeiterfahrung, die fehlt allerdings, so dass ich vermutlich nicht auf eine wirklich aussagekräftige Antwort zählen kann oder aber sie ist, wie du sagst abhängig vom OS, vom Hersteller der SSD, vom Entwickler der Verschlüsselungssoftware etc. und wer will/kann sich da schon an ein Statement heranwagen.
 
Ich weiss nicht mehr wo, aber hier im Forum war mal verlinkt ein Test, in dem jemand diese Behauptung, dass SSDs nur begrenzte Schreibzyklen haben, einem Test unterzogen hat. Hab nicht alles verstanden, aber in etwa war das Ergebnis: Er hat einen Data-Recorder drüberlaufen lassen, was seiner Argumentation nach die absolut extremste Form von Schreibmissbrauch wäre, die man sich vorstellen könnte, und es ist rein überhaupt gar nichts passiert; D.h. einem Normal-User wird es nie gelingen, seine SSD-Zellen zu zerstören (durch Schreib-Vorgänge). Evtl. find ich das nochmal.
 
Stimmt. Die Ct hatte mal Flash Speicher (daraus besteht eine SSD) im Test, den sie solange beschreiben/überbeschreiben wollten bis er seinen Geist aufgeht, fakt ist sie haben den Speicherbaustein über 6 Monate lang ohne Unterbrechung im Dauertest und passiert ist gar nichts. Kein Leistungsabfall der Bausteine, kein garnichts.

Also alles i.O.
 
In c't 24/2009 S. 98ff. gibt es einen ausführlichen (und empfehlenswerten) Grundlagenartikel, im Anschluß auf S.102 einen Test aktueller SSDs. Das Fazit ist: "Man sollte sich jedoch im Klaren sein, dass man es mit einer jungen Technik zu tun hat, die noch recht fehleranfällig ist. An ein regelmäßiges Backup der Daten sollte man also unbedingt denken." Die "Fehleranfälligkeit" spielt auf die hektischen Firmwareupdates der letzten Zeit an.

Ein regelmäßiges Backup ist ja wohl kein Problem, da selbstverständlich. Nicht wahr? ;)
 
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