Lüfter gesäubert beim Z61m - eine kleine "Fotostory"

F.A.Bi.A.N.

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Hallo,


mein Z61m lief jetzt seit ca. 2 Jahren im Dauerbetrieb, oft auch nicht am Schreibtisch sondern in staubigen/ dreckigen Umgebungen.
Der Lüfter nervte mittlerweile sehr - es dauerte etwa 6-7min, um die CPU von 55 auf 50°C runterzukühlen. Eine Erwärmung auf 55° dauerte ca. 1min. Der Lüfter ratterte fröhlich vor sich hin. Auch ein voll aufgedrehter Staubsauger von außen auf die Kühlrippen gesetzt brachte keine Besserung.

Also habe ich das Ding auseinandergenommen - und das sieht in etwa so aus:

1.) Lüfter demontiert; man beachte die bereits gesäuberte CPU. Die werksseitige Wärmeleitpaste war knochentrocken und zerbröselte regelrecht beim Abtragen.
Ansonsten war kaum Schmutz oder Staub zu sehen, lediglich etwas Feinstaub. Dieser hätte aber nicht das Rattern des Lüfters erklären können.


2.) Der demontierte Lüfter. Um ihn richtig reinigen zu können, müssen drei kleine Schrauben gelöst werden, wobei sich eine etwas versteckt unter einem grauen Schaumstoffkissen befindet. Löst man alle Schrauben, kann man den Rotor abziehen. Ich habe dann alles penibel mit Isopropyl gereinigt und anschließend mit Ballistol-Klever geölt. Dafür habe ich einfach ein Wattestäbchen sich vollsaugen lassen und eben diese Menge aufgetragen.
Staub und/ oder Dreck befand sich übrigens weder in den Kühlrippen noch im Lüfter selbst...


3.) Vor dem Zusammenbau des Ganzen habe etwas Wärmeleitpaste (Arctic Cooling MX-2 - kostet ca. 5€ im Fachgeschäft) auf die CPU aufgetragen. Nicht zu vergessen, dass natürlich die Gegenseite am kupfernen Hitzetauscher ebenfalls penbibel mit Isopropyl gereinigt wurde.
Die aufgetragene Menge der Paste entspricht in etwa der Größe eines Reiskorns, was völlig ausreichend ist - und den Bastler mit der Frage zurücklässt, was man um Himmels Willen bloß mit dem Rest der Tube anfangen soll...
Das Bild zeigt den Aufbau kurz vor Aufsetzen des Hitzetauschers auf die CPU. Da die Lüftereinheit ein wenig Spiel im Gehäuse hat bevor sie verschraubt wird, kann (und sollte!) man sie ein wenig auf der Wärmeleitpaste hin- und herwackeln, um so eine optimal gleichmäßige Verteilung und minimale Schichtdicke der Paste zwischen CPU und Hitzetauscher zu erreichen.


4.) Und hier noch die verwendeten Materialien. Überdies sollten ein ganzer Haufen Wattestäbchen, eine Menge Geduld, Elektronikerpinzetten und passende (!) Kreuzschlitzschraubendreher zur Verfügung stehen. Die ganze Aktion hat ca. 1/2h gedauert, bis der Rechner wieder lief.


5.) Jetzt aber Butter bei die Fische - was hat´s gebracht?
Die Lüftungsintervalle haben sich drastisch verkürzt. Wo der Lüfter früher kaum eine Minute still stand, dauert es jetzt ca. fünf Minuten, bis er mal kurz wieder anspringt.
Die rein passive Kühlung der CPU hat sich durch die Erneuerung der Paste scheinbar deutlich verbessert. Der Lüfter selbst ist wieder so flüsterleise, dass ich ihn nur noch bei konzentriertem Hinhören wahrnehme.

Insgesamt bin ich mit der 1/2h investierten Zeit sehr zufrieden. Der finanzielle Aufwand für die Materialien ist ebenso kaum der Rede wert, so dass ich jedermann mit ähnlichen Problemen diese Vorgehensweise wirklich nur empfehlen kann. Eventuell helfen ja auch die oben gezeigten Bilder dabei.


Viele weihnachtliche Grüße,
Fabian
 

Nukular

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Gute Arbeit ! :thumbsup:

Du traust Dich was , ich denke mal der Staub ist das einzige was das BaseCover meines Z61p noch zusammenhält bei den vielen Rissen :D
 

ingope

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Schöne Erklärung zum Thema Lüfter reinigen !
Danke dafür.
Mal gucken in welchen Sticky wir das mit einbauen :)

Wäre doch auch was fürs Think-Wiki wenn du magst?
 

mb.0815

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hmm, ich finde rotor abnehmen geht ein bisschen zu weit, das hätte ich gelassen. das ding ist wird ja auch gewuchtet. keine ahnung ob da nen risko besteht ne unwucht reinzubringen. wenn da was schadhaftes ist, dann ist eh das lager hinüber.
das mit der wärmeleitpaste will ich aber bei mir auch mal überprüfen(allerdings t43p) und gucken wie das auch bei meiner gpu aussieht....
 

F.A.Bi.A.N.

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hallo nochmal,

ihr könnt den beitrag gerne in einen sticky oder so einbauen, habe ich nichts dagegen.

@ mb.0815
den rotor durch das vorsichtige herausziehen in eine schieflage zu bringen halte ich für abwegig, da die achse sehr "eng" aufliegt und kaum spiel hat.
wer sich das alles nicht "traut", kann auch in der bucht einen passenden ersatzlüfter kaufen. bei lenovo kann man die mit sicherheit zwar ebenso erstehen, muss aber die entsprechenden apothekenpreise zahlen wollen. alternativ lassen sich mit sicherheit auch vernünftige papst-lüfter verwenden - ich habe den lüfter aber nicht vermessen. sollte es irgendwann mal wieder so weit kommen, kann ich das aber nachholen. bis dahin bleibt das gehäuse erstmal zu :) .
 

phil83

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Super Anleitung. Bilder sind immer gut und machen es einfacher. :thumbup:
Die werde ich bei Gelegenheit gleich mal ausprobieren, denn mein Z61m benötigt wahrscheinlich auch mal eine Lüfterreinigung.
 

fishmac

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F.A.Bi.A.N.

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In dem Test liegt Liquid Pro um Faktor 9 hoeher[/url] So sieht die Anwendung im Detail aus
1.) dauert knapp über eine minute und
2.) habe ich einfach die erstbeste "marken"-WLP genommen. kann schon sein, dass es "bessere" gibt aber ich würde das nicht überbewerten. für mich steht im vordergrund, dass mir das ding nicht den letzten nerv raubt. momentan ist es schön leise. das reicht mir.
 

marcoj

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und wat nu?

Hallo Leute,

seit einiger Zeit macht sich mein Lüfter immer öfter bemerkbar. Da ich mein Z61 quasi nonstop läuft, habe ich vermutet, dass sich jede Menge Schmutz im Lüfter befinden müsste.
Nachdem ich auf F.A.Bi.A.N.'s grandiose Beschreibung zur Reinigung des Lüfters gestoßen bin, habe ich mich gleich ans Werk gemacht.
Bei mir war übrigens jede Menge Staub auf und im Lüfter. Nun hab ich alles wieder zusammengebaut und kann keinen gravierenden Unterschied bei den Lüftungsintervallen feststellen.

Ich habe jedoch weder den Lüfter geölt, noch Wärmeleitpaste verwendet.

Nun zu meiner Frage: Haltet Ihr nach Betrachtung der folgenden Bilder eine Wärmeleitpastenanwendung für sinnvoll :?: Ich bin zwar kein Experte, aber dieser gummiartigen grauen Schicht, die
man auf dem Prozessor und dem Lüfter erkennen kann, stehe ich skeptisch gegenüber.
http://www.abload.de/image.php?img=dsc00210okve.jpg
http://www.abload.de/image.php?img=dsc00213nko5.jpg



Vielen Dank im Voraus.
 

OPM

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[quote='fishmac',index.php?page=Thread&postID=496201#post496201]... denn die Paste von Lenovo scheint der letzte Mist zu sein ...
[/quote]Gilt das auch für neuere Thinkpads? Sollte ich bei meinem auch mal eine Paste anwenden? Kann man die Lenovo-Paste einfach abkratzen oder gibt es da Probleme?
 

F.A.Bi.A.N.

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RE: und wat nu?

[quote='marcoj',index.php?page=Thread&postID=503748#post503748]Nun zu meiner Frage: Haltet Ihr nach Betrachtung der folgenden Bilder eine Wärmeleitpastenanwendung für sinnvoll :?: Ich bin zwar kein Experte, aber dieser gummiartigen grauen Schicht, die man auf dem Prozessor und dem Lüfter erkennen kann, stehe ich skeptisch gegenüber.[/quote]hallo marcoj,

das sind die (vertrockneten? schwer zu erkennnen...) reste der wärmeleitpaste. bitte vorsichtig und ohne gewalt mit wattestäbchen o.ä. entfernen, anschließend alle flächen mit isopropanoal reinigen - wie es aussehen sollte, siehst du ja auf meinen bildern.
wenn sich die lüftungsintervalle nicht deutlich verkürzt haben, deutet das mit einiger sicherheit darauf hin, dass die eigentliche, über den flächenkontakt hergestellte konvektion nicht wie vorgesehen funktioniert.
also: alte paste abtragen, gründlich(st) reinigen, neue paste dünn aufbringen, sanftes verreiben zwischen CPU und wärmetauscher, gehäuse verschliessen.

@ OPM:
ich würde, solange die rechner einwandfrei laufen und der lüfter nicht stört, nichts aufschrauben.
 

F.A.Bi.A.N.

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nachtrag:

bitte schreibt mir keine persönlichen nachrichten. fragen werden im forum gestellt, dafür (für den öffentlichen informationsaustausch) ist es ja gedacht.
neue lüfter erhält man in D über den IBM-servicepartner (tomtech gmbh).
 

starter

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Tolle Anleitung, sehr hilfreich!

Eine Frage noch zum Auftragen der Wärmeleitpaste: Kommt diese am besten

1. nur auf den Kühler, nicht auf die CPU (steht im Hardware-Manual so)?

2. nur auf die CPU?

3. auf Kühler und CPU?
 

ThinkStreitaxt

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[quote='starter',index.php?page=Thread&postID=546057#post546057]Tolle Anleitung, sehr hilfreich!

Eine Frage noch zum Auftragen der Wärmeleitpaste: Kommt diese am besten

1. nur auf den Kühler, nicht auf die CPU (steht im Hardware-Manual so)?

2. nur auf die CPU?

3. auf Kühler und CPU?[/quote]
Ich würde behaupten das es egal ist auf welche Seite. Wichtig ist das man den Tropfen mittig plaziert und das in diesem schon keine Lufteinschlüsse sein sollten.
Das könnte eben sonst passieren wenn man auf beide Seiten Paste aufträgt - es schleichen sich kleinste Luftbläschen mit in die Verbindung.
 

moonlight

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Wäremleitpaste ist das A und O was die Kühlung der CPU angeht. Dabei ist zu beachten, das weniger gleich mehr ist. Die Wärmeleitpaste ist dafür da die minimalen unebenheiten zwischen Kühler und CPU zu überbrücken. Zuviel Paste erzeugt eher einen negativen Erfolg. Dabei habe ich in den letzten Jahren beobachtet, das egal bei welchem Typ PC oder Notebook, dabei auch Markenhersteller, die Wärmeleitpaste nach 1 bis 2 Jahren trocknet und bröselig wird. Wenn der CPU Kühler demontiert wird, ist es immer Ratsam neue Wärmeleitpaste aufzutragen, da man nie diesen Schluss zwischen den Teilen wieder so hinbekommt.

@marcoj : Das sich bei dir keine Besserung eingestellt hat ist klar, es werden jede Menge Lufteinschlüsse unter dem Kühler sein wenn du den wieder so zusammen gebaut hast wie auf den Bilden zu sehen.

Auch von der Paste her gibt es Unterschiede was die Haltbarkeit und Leitfähigkeit angeht. Am besten mal in Overclocking Foren stöbern, das wäre hier etwas zu weit ausgeholt.

Gruß Sascha

P.S. Schöne Erklärung @ F.A.Bi.A.N.
 

lyvi

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hi,
nimmt mich wunder wie lange dein geölter lüfter one probleme läuft.
habe das früher auch einig male gemacht, auch mit spezialölen, jedoch nie mit waffen öl und an desktops pc.
die lüfter gingen immer kaputt so ca 5-6 monate danach.

ich kamm zum schluss für mich das sich die hohen umdrehungen + die hitze negatiev auf das plastik des lüfters auswirkt weil irgend welche
chemische prozesse da ablaufen, die die lüfter, langsam aber sicher, zerstöhrt haben.

meine Iddee war dann grafit oder spezielle silicon gleit öle.

getesstet habe ich dass vorerst noch nicht......
habe noch andere erfahrungen und /oder ideen damit ?

@marcoj
PS: allgemein gillt wird CPU/GPU oder chipsatz- kühler entfernt, muss zwingend die wähmeleitpasste erneuert werden.
wie schon erwähnt, lufteinschlüsse, staub,haare, schuppen usw. all das ist nur hinderlich bei der funktion der kühlung ......
 

moonlight

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Ich habe auch schon viele verschieden Öle probiert, allerdings nicht an Notebooks sondern an CPU, Chipsatz und Grafikartenlüftern.

Grafit oder spezielle Silicon Öli hab ich noch nicht getestet. Nähmaschienenöl bringt auch nur geringe Besserung über kurze Zeit. Die besten Erfahrungen habe ich bis jetzt mit Vollsynthetischen Motoröl gemacht. Die Lüfter laufen seit dem ohne Probleme schon über Jahre. Allerdings auch sehr sehr wenig verwenden.

Gruß Sascha
 

Head

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Das größte Problem bei Öl ist, das es den Staub (auf dauer) verklebt. Heisst, das Öl nu kurzfristige Besserung bringt. Sobald sich der staub erst sammelt, verklebt es mit dem Öl und das ganze ist noch schlimmer.
Ne wirkliche Alternative kenne ich so nicht.

Wenn würde ich versuchen es mit Graphitspray hinzukriegen. Jedoch darauf achten: Graphit leitet.

Gruß
Head
 

F.A.Bi.A.N.

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hallo,

ja, ist richtig. das ölen ist keine dauerlösung - das ist sie bei keiner mir bekannten mechanik. bislang läuft mein lüfter aber noch störungsfrei. vollsynthetisches öl scheint ein guter tipp zu sein.
 

djhousecat

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Schöne Anleitung - hat mich grad motiviert, meinen alten Acer zu reinigen.
Dasist dabei rausgekommen.

Ich hoffe mal, beim T500 dauerts ne Weile bis sowas nötig ist.
Aber so selten, wie da der Lüfter dreht ist das anzunehmen :thumbup:
 
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