Kurzreview PDF Studio 9

.Sun

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Review PDF Studio 9


Seit dem ich von Windows auf Linux umgestiegen bin, bin ich auf der Suche nach einem vernünftigen PDF-Editor. Ich bin nun scheinbar bei PDF Studio 9 -dieser läuft neben Linux auch auf Windows und Mac OsX- fündig geworden. Doch von vorne...
Unter Windows habe ich den PDF-XChange Viewer, in der kostenfreien Variante, genutzt.
Wichtig waren mir vorallem eine schlanke und übersichtliche Oberfläche, direkte Manipulation der PDF-Datei, keine zusätzliche Datei, und, mehr oder weniger damit einhergehend, die Kompatibilität mit anderen Readern und Editoren.
Das offensichtlichste Programm war zuerst ein mal das mitgeliferte Programm in KDE: Okular. Okular ist zwar ganz dufte, jedoch werden vorgenommene Änderungen nicht in der PDF sondern in einer extra Datei gespeichert. Damit wäre das ganze zwar für mich nutzbar, aber die Zukunftstauglichkeit steht in den Sternen. Davon abgesehen schauen andere Nutzer in die Röhre. Damit schied Okular aus.

Als nächstes habe ich PDFEdit ausprobiert. Doch ein Blick auf die Oberfläche genügt:
pdfedit3.png

Verlaufen ist da vorprogrammiert. Auch wenn man sämtliche überflüssigen Fenster schließt ist das Programm für micht nicht praktikabel: Ich kann meinen Eindruck leider nur aus der Erinnerung niederschreiben, denn die aktuelle Installation schlägt bei mir fehl. Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust mich damit zu beschäftigen, wenn ich es eh nicht vorhabe zu nutzen. Soweit ich weiß hat mich gestört, dass man keine Standardfarbe vorgeben kann. So sind Annotationen standardmäßig schwarz und heben sich nicht vom Orginaltext ab. Bei jeder neuen Anmerkung muss man zudem die Farbe neu wählen. JEDES MAL! Damit scheidet auch PDFEdit aus.

Weiter mit dem nächsten Programm...

Ins Rennen geht der Master-PDF-Editor. Hier bleiben die Werkzeuge, zum Beispiel die „Schreibmaschine“ (Textanmerkungen ohne Umrandung) nach einer Notiz, nicht ausgewählt. Man muss also das Icon drücken, kann dann etwas notieren und muss für die nächste Notiz wieder das Icon drücken. Besagtes Werkzeug verfügt alternativ über eine Tastenkombination. Wirklich praktikabel finde ich das nicht. Dafür habe ich mich einfach zu sehr an den XChange Viewer gewöhnt. Dort bleibt das gewählte Werkzeug ausgewählt. Diesen Komfort möchte ich nicht aufgeben.
Zusätzlich zu bemängeln habe ich, dass man zwar die Standardschrift vorgeben kann, aber nicht die Textgröße. Auch kann man die Größe nur via Buttons ändern, jedoch die Größe nicht gezielt per Ziffernblock.
Als Notlösung kann man dieses Programm nutzen. Für mich ging die Suche jedoch weiter.

Komme ich nun zum interessanten Teil: Qoppa PDF Studio 9
Dieser kommt für das Review in der Trial-Variante zum Einsatz, denn der Vollpreis hat es in sich: $89 für die Standard- bzw. $129 für die Proversion. Da will es gut überlegt sein, ob man so viel Geld investiert.
Die Downloads sind zu finden unter: http://www.qoppa.com/pdfstudio/
Ein ausführlicher Vergleich zwischen der Standard-, der Proversion und Adobes Standard- und Proversion findet man unter: http://www.qoppa.com/files/pdfstudio/buy/compare_acrobat.html
Ich werde mich hier auf die Funktionen konzentrieren, die ich im Alltag anwenden werde. So ist zum Beispiel die Stapelverarbeitung oder die Fähigkeit Dokumente zu zertifizieren (beherscht das Programm beides) für mich nicht relevant.

Optik


Zu Anfang das offensichtlichste: die Oberfläche. Ich finde sie gelungen. Klar strukturiert, nicht überladen. Ebenso, wie es XChange, Adobe und Co. auch machen. Damit kann ich arbeiten!
Die Icons gehen auch in Ordnung, auch wenn sie mir ein bisschen verspielt vorkommen und etwas zu groß sind. Nachtrag: Nach Rücksprache mit dem Support habe ich erfahren, dass sich die Icons verkleinern lassen. Das sieht gleich deutlich besser aus.
Leider ist die Seitenvorschau suboptimal. Die Ansicht im folgenden Screenshot steht auf groß, dennoch halte ich die Ansicht für zu klein geraten. Okular zum Beispiel vergrößert das Dokument, je größer man den Vorschaubereich zieht. So kann man in Skripten vorlesen ohne die aktuelle Seite verlassen zu müssen. Das ist insofern praktisch damit man weiß, ob das gesagte notiert werden muss oder 1-2 Seiten später auftaucht.
Die Seitenvorschau auf dem Screenshot sieht klein aus. Das lässt sich in drei Stufen oder manuell via Strg+Mausrad variabel ändern. So lassen sich auch nachfolgende Seiten in ausreichender Größe betrachten.
Oberfläche.jpeg

Einstellungen

Neben den üblichen Verdächtigen, wie zeige nur Werkzeug x,y,z, Prüfe auf Aktualisierungen, und Autor=abc gibt es eine Funktion, die mir so noch nicht untergekommen ist.
Etliche Werkzeuge lassen sich individuell einstellen.

Habe ich so noch nicht gebraucht (ich nutze selten etwas anderes als die Schreibmaschine), für innovativ halte ich es dennoch.
Standard Kommentar.jpegSchreibmaschine.jpegLegenden Textfeld.jpeg

Werkzeuge

Den großteil der Werkzeuge habt ihr bereits gesehen. Fast alle davon lassen sich auch per Tastenkombination aufrufen. Kann man nutzen, muss man nicht. Soweit ich das sehe sind alle Werkzeuge auch als Icon bzw. Icongruppe auf der Oberfläche vertreten.
Multimediadatein lassen sich ebenso einbinden, wie Stempel aus eigenen Bildern festlegen.
Seiten löschen, drehen, leere Seiten einfügen sind ebenso an Bord wie der Import (einzelner) Seiten aus anderen PDFs beziehungsweise der Export einzelner Seiten als PDF.
Ob die Änderung schon vorhandenes Textes möglich ist vermag ich noch nicht zu beantworten. Ich vermute ja, habs aber noch nicht geschafft. Änderungen schon bestehenden Textes sind möglich. In wie weit die Erkennung funktioniert wird sich zeigen. Erste Tests sehen vielversprechend aus, was die Erkennung anbelangt.

Fazit

Kann man haben, muss man nicht.

Na gut, etwas länger :D
PDF Studio 9 bringt eine Menge an Funktionen mit (Manipulation, Stapelverarbeitung, Signieren). Mir reichen jedoch simple Annoationen und dafür $89? Das ganze habe ich damals auch kostenfrei mit dem PDF-XChange Viewer gehabt. Ich hätte mir fast die Pro-Version für 25€(?) gekauft, bin stattdessen aber auf Linux gewechselt. Auch wenn Studio 9 zur Zeit mein Favorit ist... Das Geld werde ich wohl anders verbraten und stattdessen Wine installieren und den PDF-XChange Viewer wieder nutzen.

Hoffentlich kommt (bald) mal ein brauchbarer und bezahlbarer Editor für Linux...
 
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