Obwohl ich Dir und dem Verfasser jener Webseite aus der Perspektive einer technisch argumentierenden Vernunft vollumfänglich zustimme, ist dieser Argumentationsansatz heutzutage leider nicht mehr zielführend.
Zum einen hat sich dieses für uns und unsere Zwecke unsinnige Schmalbildformat auf dem Markt mangels vorhandener Alternativen einfach als Standardformat durchgesetzt, so dass eine Wahl einfach nicht mehr gegeben ist, selbst wenn man noch so sehr jammert. Zum anderen ist Markterfolg heutzutage weniger technischen Vorteilen zu verdanken, als eher den Konsumenten limitierenden Verkaufsstrategien, die dem Verbraucher möglichst keine Wahl mehr lassen, bestenfalls nur noch eine Pseudoauswahl. Von einer Behandlung und Position als Kunde kann man da übrigens eigentlich garnicht mehr reden.
Dass der Grossteil der Verbraucher sowieso nicht weiss, was er eigentlich will und sich deswegen seine Konsumwünsche lieber diktieren lässt, gerät tragischerweise denjenigen, welche sehr wohl wissen was sie brauchen und wollen, durchaus zum Nachteil. Mancher kann sich zwar noch damit arrangieren, aber diejenigen, welche dies weder können noch wollen, sind leider immer in einer aus marktorientierter Sicht verschwindend geringen Minderheit. Da hilft alles Jammern und Forendiskutieren genausoviel wie das Schlachten einer Ziege mit einem silbernen Messer bei Vollmond während eines Schaltjahres.
Es geht doch schon lange nicht mehr in erster um technische Vorteile, so wie es noch in der Pionierzeit der massentauglichen IT gewesen zu sein schien, sondern in einer von Massenproduktion geprägten Wirtschaft in erster Linie nur noch darum, mit geringstmöglichen Aufwand den maximalst möglichen Ertrag zu erwirtschaften (siehe
de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_der_Massenproduktion).
Der Zug ist nicht nur für 4:3-Displays schlicht abgefahren, sondern auch für die möglichst umfassende Kontrolle über die erworbene Hardware. Man denke nur an praktisch nicht mehr wirklich modifizierbare Firmware, nicht entfernbare Zwangsbestandteile von BIOS/EFI (Computrace, Intel AMT, was noch?), usw. Fehlt eigentlich nur noch, dass dem Endnutzer der Umbau und die Modifizierung der erworbenen Hardware mit der "Intellectual Property"-Keule gesetzlich untersagt wird. Meines Erachtens sieht die Zukunft von Hardware ziemlich restriktiv und beschränkend aus.
Wer wirklich weiss, was er jenseits der Massentrends und -strategien tatsächlich will und braucht, der ist einfach gezwungen, entweder dafür richtig Geld hinzulegen oder zu wirtschaftlich relativ unvernünftigen Kosten selbst zu bauen. Das ist vermutlich die einzige Wahl, die uns noch bleibt, und sie kommt leider teuer zu stehen. Aber vermutlich ist dies auch der preiswerteste und günstigste (!=billigste) Ansatz, um tatsächlich das zu bekommen, was man wirklich möchte.
Mein fast bis an die Maximalgrenzen aufgerüstetes T6x Frankenpad bekommt demnächst auch noch ein BOE Hydis IPS/Flexview UXGA LED Display, genauso wie das sicher im Regal verstaute identische Ersatzgerät. Aufgrund der abgehangenen Hardware und gegenüber den Erwerbskosten für ein moderneres Thinkpad sicher wirtschaftlich vollkommen unvernünftig. Aber es ist die Verwirklichung genau dessen, was ich tatsächlich selbst will. Einen anderen Weg sehe ich heutzutage leider nicht mehr.