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Akira

ThinkPad P50 Kurzreview (Bilder + Videos)

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Einleitung

Als ich vor zwei Jahren das T540p reviewed habe kam große Ernüchterung auf. Das Gerät hatte zwar ein paar gute Eigenschaften wie das 3k Display zu bieten, doch die minderwertige Qualität und das Fehlen wichtiger ThinkPad Eigenschaften war mehr als nur enttäuschend. Das Workstation Modell W540, das dem T540p sehr ähnlich ist, wurde ebenso kritisiert, insbesondere was die Leistung angeht. Gerade so ein Gerät sollte nicht throtteln und maximale Leistungsreserven zur Verfügung stellen

Lenovo, welches in letzter Zeit scheinbar immer mehr auf Feedback eingeht, erhofft sich mit den neuen Workstation Modellen P50 und P70 alles wieder gut zu machen. Diese ersetzen ab sofort die alte W-Serie. Nicht nur das Namensschema erinnert an die guten alten Zeiten, sogar eine Festplatten LED und dedizierte Touchpadtasten (ich wiederhole, dedizierte Touchpadtasten!) haben ihren Weg zu den P-Modellen gefunden. Welche Überraschungen die Geräte sonst noch verbergen und ob es sich hierbei endlich wieder um echte ThinkPad Workstations handelt, wird in folgendem Kurzreview näher analysiert werden.

Es sei allerdings gesagt dass ich mich auf das P50 konzentrieren werde und das P70 nur nebenbei erwähnen werde. Letztendlich sind sich beide auch so ähnlich dass die meisten Punkte des P50 auch auf das P70 übertragen werden können. Desweiteren handelt es sich hierbei nicht um ein vollwertiges Review sondern um einen kurzen Erfahrungsbericht, da ich nur einen halben Tag mit den Geräten verbringen konnte. Die Bilder sind ebenfalls nur mittelmäßig geworden. Besonders nachdem die Sonne unterging waren fast keine vernünftigen Ergebnisse mehr erreichbar. Dieser Beitrag wurde exklusiv für das Deutsche ThinkPad Forum verfasst und von ok1.de und ok2.de gesponsort. Es wird keine Übersetzung von mir geben.

Gehäuse

Weg ist das langweilige grau. Endlich sind die ThinkPads wieder schwarz, so wie es sich gehört. Diese Farbe steht dem P50 und P70 sehr gut. Beide orientieren sich nicht nur bei der Farbe, sondern auch bei der Oberfläche an den klassischen Modellen. So haben sie einen angenehm gummierten Deckel, raue Plastikoberflächen im inneren und eine glatte, aber dennoch sehr rutschfeste, Beschichtung auf der Base.

Als ich das P50 an der Ecke anhob konnte ich meinen Sinnen nicht trauen. Eine so verwindungssteife Base habe ich noch nicht erlebt. Selbst das T60, welches absolut bretthart war, muss sich geschlagen geben. Durch das P50 bekommt das Wort bretthart sogar eine neue Bedeutung. Egal ob man es mit beiden Händen verwinden will oder einfach nur an der Ecke packt und herumschwingt: da bewegt sich nichts. Nicht mal einen µm. Sowas sage ich nicht leichtfertig, aber das P50 kann es locker mit Geräten wie dem 600 aufnehmen.

Das gleiche gilt für das Palmrest. Bretthart ist hier gar kein Ausdruck mehr, da es einfach nur härter als ein Brett ist. Sogar die Stelle über dem Smartcardreader, die in der Vergangenheit ja so oft Probleme bereitet hat, gibt kein bisschen nach und ist genau so steif wie der Rest der Handballenauflage.

Mit 2,67Kg samt 6c Akku ist das P50 zwar relativ schwer, doch da es mit 26mm dicke relativ dünn und somit vollgepackt ist, wirkt es umso massiver und stabiler. Als relativ mobil würde ich es dennoch bezeichnen. Es gibt die Option auf einen 4c Akku der das Gewicht auf 2,55Kg reduziert und obwohl die Ränder nicht die dünnsten sind, so sind sie meines Erachtens nach angemessen (besonders da ein Numblock dabei ist) und die halbwegs kompakten Abmaße machen einen Transport nicht unangenehm. Im Gegenteil, bis auf das Gewicht lässt sich das P50 eigentlich kaum von einem gewöhnlichen 15” Notebook unterscheiden. Erst das P70 ist ein richtiger Klopper. Es ist mit 31,5mm etwas dicker und mit 3,4Kg auch deutlich schwerer. Dafür bekommt man aber die absolut gleiche ungeheure stabilität und verwindungssteifheit wie beim P50.




Die Materialien fühlen sich bei beiden Geräten recht wertig an. Das Plastik ist deutlich dicker und etwas rauer als beim T540p und W540. Wie schnell es sich jedoch abnutzt muss sich noch zeigen. Auch die Base macht rein qualitativ, auch nicht zuletzt wegen der verwindungssteifheit, einen äußerst wertigen Eindruck. Die einzige Stelle die sich hier ein bisschen eindrücken lässt ist der Bereich vorne rechts neben dem Akku. Hier befinden sich die leeren Schächte für eine 2,5” HDD und eine weitere M.2 SSD. Eine Option auf RAID 0 konnte ich im BIOS allerdings nicht finden.

Obwohl die Scharniere relativ leichtgängig sind, halten sie das Display mit wenig Nachwippen fest. Sie fühlen sich durch ihre geschmeidigkeit auch halbwegs hochwertig an. Auch beim P70 leisten die Scharniere trotz des wuchtigen Deckels eine gute Arbeit.

Die Deckel an beiden Geräten sind leider nicht annähernd so verwindungssteif wie die Base. Obwohl sie flexibel sind würde ich sie als deutlich stabiler als beim W540 bezeichnen; übt man nämlich von hinten Druck auf den Deckel aus dann biegt er sich nur minimal ein. Da Heutzutage so gut wie alle Displays frameless sind kann man auch keine solche steifheit mehr erwarten. Die alten Displays mit ihren Frames haben einiges zur Deckelstabilität beigetragen. Eindeutig hochwertige Geräte wie das X301 mit seinem frameless Display lassen sich deshalb ebenfalls leichter verwinden als z.B. ein T60. Zumal ja die frameless Displays meist auch nicht mit dem Deckel verschraubt sind. Ich denke trotzdem dass man an dieser Stelle das P50 und P70 noch weiter verbessern könnte, z.B. durch ein Clamshell design, aber insgesamt ist die Deckelstabilität dennoch gut.



Verbessert hat sich auch die berühmte Schwachstelle am unteren Displayrahmen des W540. Dort konnte man die Stelle leicht eindrücken. Beim P50 und P70 hingegen ist die Stelle deutlich stärker und kann nicht so leicht verbogen werden.

Insgesamt liegen beide Gerät wirklich angenehm in den Händen. Das Gewicht, obwohl es bei beiden Modellen recht hoch ist (aber angemessen für die Leistung), ist Dank des vorne angebrachten Akkus sehr gut verteilt und lässt das Gerät viel balancierter erscheinen. Auch ein einhändiges öffnen des Deckels ist möglich. Da der größte Akku über 90Wh fasst gibt es sogar nur Vorteile im Vergleich zu einem hinten angebrachten Akku, wie später bei den Ports zu erfahren ist.



Das P50 lässt sich auch deutlich leichter warten als das W540. Die Tastatur ist endlich wieder konventionell mit 3 Schrauben von unten verschraubt und kann schnell entnommen werden. Dann hat man Zugang zum RAM und dem WLAN sowie WWAN Modul. Das P50 und P70 sind beide WWAN ready. Man muss nur die Karte nachrüsten und kann loslegen. Die Wartungsklappe unten lässt sich ebenfalls leicht entfernen und ermöglicht den Zugang zu zwei weiteren RAM Modulen und den bereits angesprochenen Festplattenschächten. Um allerdings weitere Platten zu verbauen sind beim P50 Adapter nötig die es noch nicht zu kaufen gibt. Das P70 benötigt keinen Adapter. Einen HDD Caddy gibt es scheinbar auch nicht mehr.

Insgesamt ist das Design des P50 und P70 wieder industrieller, aber dennoch etwas schlicht gehalten. Die Gummilippe um den Displaybezel unterbricht das monotone Erscheinungsbild des Designs, genau wie das leicht funkelnde und glatte, graue Touchpad. Die Trackpointtasten, dedizierten Touchpad Tasten und schwarze Gehäusefarbe verleihen dem P50 einen professionellen Look. Die schrägen Seitenkanten und leicht vorhandene Wölbung am vorderen Ende, sowie die minimal glänzende Base, lassen das P50 weniger langweilig wirken und fügen einen stylischen Flaire hinzu.

Ports



Links: ExpressCard 34, SD card reader, Smartcardreader



Hinten: USB 3.0 powered, USB 3.0, Ethernet, USB 3.1 type c mit Thunderbolt 3, HDMI, AC Stecker



Rechts: 3.5mm, USB 3.0, USB 3.0, Thunderbolt 3 mit USB 3.1, Kensington Lock

Da beide Geräte den Akku vorne haben ist die Positionierung der Ports nahezu perfekt. Die meisten Anschlüsse, besonders Netzteil, Ethernet und Displayanschlüsse sind hinten anzutreffen, wo sie nicht stören können. Um schnell Peripherie einzustecken sind auch an der Seite USB Ports zu finden. Das P50 hat ingesamt 4 konventionelle USB Ports, was sehr ordentlich ist. Erneut wurde das schlechte Design des W540 deutlich verbessert, wo kaum Anschlüsse hinten zu finden waren.

Der vollwertige HDMI Port im P50 und P70 weiß ebenfalls sehr zu gefallen. Die meisten Geräte besitzen einen HDMI Eingang, womit man sich also ohne nervigen Adaptern schnell mit modernen Bildschirmen und Projektoren verbinden kann. Der zukunftssichere USB C Anschluss dient dann u.a. als DisplayPort.

Ein ExpressCard 34 Slot ist in beiden Geräten vorhanden, wodurch diverse Schnittstellen nachgerüstet werden können.



Was beim W540 weggelassen wurde und nun auf glorreiche Weise eine Wiederkehr feiert ist die Status LED für die Festplatte. Selten kann etwas so kleines so viel Freude bereiten. Und doch, diese kleine LED versetzt das Gerät unverzüglich in höhere Ebenen. Dank dieser einen LED steigt das P50 und P70 in die Liga der echten Workstations auf. Ich kann das Gerät aufgrund dieser kleinen LED 100 mal ernster nehmen. Es bleibt nur zu hoffen dass Lenovo bald wieder weitere LED's wie die WLAN Anzeige implementiert.

Ein DVD Laufwerk ist allerdings nur beim P70 vorhanden.

Display




Als erstes ThinkPad besitzen das P50 und P70 optional ein ab Werk verbautes 15,6 bzw. 17,3” großes 4k IPS Display, womit eine Auflösung von 3840x2160 gemeint ist. Damit wird das 3k Display (2880x1620) des W540 übertrumpft. Mit einer DPI von über 282 ist Arbeiten ohne Skalierung eigentlich undenkbar. Es ist anzuraten, eine Skalierung von etwa 200% zu verwenden, was unter Windows 10 inzwischen relativ gut funktioniert. Nur noch wenige Elemente tanzen aus der Reihe, wodurch ein ziemlich einheitliches Erlebnis geschaffen wird. Inzwischen sind auch Programme wie Skype an Skalierungen angepasst und Programme wie Audacity, welche nicht richtig skalieren, sind ohne Probleme nutzbar wenn sie richtig interpolieren. Problematisch sind nur unskalierte Inhalte, welche jedoch immer seltener vorkommen. Während es vor Zwei Jahren, zur Zeit des W540, noch keine wirklichen Fortschritte bei der Skalierung gab, so ist nun deutlich, dass wir uns in Mitten in einer Zeit der Veränderung befinden. Auch Ubuntu skaliert sauber und durchgängig, womit Linux ebenfalls gut an dieses Display angepasst sein sollte.

Neben der Auflösung, übertrifft das Sharp Display mit der Bezeichnung LQ156D1JW05 auch in weiteren Dispziplinen das 3k Panasonic Display im W540. Die Oberfläche ist nun noch weiter entspiegelt als beim W540 und beinahe komplett matt. Mit einer Helligkeit von etwa 300 nits und einem Schwarzwert von ungefähr 0.27 nits wird ein Kontrast von über 1000:1 erreicht. Das Display deckt zudem, wenn mich meine Augen nicht zu sehr getäuscht haben, beinahe 100% des AdobeRGB Farbraums ab, was in Kombination mit einem IPS Panel eine absolute Farbenatombombe ist. Auch die Blickwinkel von 85° in jede Richtung überzeugen. Backlight Bleeding ist mir nicht aufgefallen.

Im Auslieferungszustand ist, wie bei IPS Displays typisch, ein recht deutlicher Grünstich vorhanden. Das folgende Farbprofil habe ich passend für das P50 mit 4k IPS Display erstellt: http://www.mediafire.com/download/19...yder3+6500K.7z


Tastatur



Anders als man zuerst vermuten möchte besitzt das P50 eine komplett andere Tastatur als das W540. Diese konnte bei letzterem absolut nicht überzeugen. Bisher scheint es so, als hätte ich noch nie ein gutes Wort über Chiclet Tastaturen gesprochen. Das liegt nur daran, dass ich nie mein X1 Review veröffentlicht habe. Zwar sind viele von den neuen Tastaturen überzeugt, doch es ging mir nie wirklich um Chiclet oder non-Chiclet. Das Tippgefühl war das was für mich zählte. Meine Wut war weniger auf die Tatsache gerichtet, dass die Chiclet Tastaturen schlechter waren als die klassischen Tastaturen, sondern dass Lenovo es nie geschafft hat, eine Chiclet Tastaur in ThinkPads zu verbauen die an die des X1 heranreichte. Dieses war schließlich der Grund, warum sie auf Chiclet gewechselt haben.

Das ist nun Vergangenheit. Der Anschlag ist so dermaßen knackig und gleichzeitig leichtgängig, wie ich es, ironischweise, von ThinkPads gar nicht mehr kenne. Das Feedback ist nicht überwältigend, aber äußerst deutlich und imminent, wodurch eine extrem hohe Tippgeschwindigkeit ermöglicht wird. Es ist sofort und unverkennlich klar, ob man eine Taste erfolgreich betätigt hat. Der Hub von 2mm ist für das Gerät, in Anbetracht der verbauten Komponenten und Dicke, angemessen und im Einklang mit dem Gesamtfeeling der Tastatur. Unterstrichen wird das flügelhafte Tippgefühl durch die brettharte Lage der Tastatur, die den Tastenanschlag beinahe unbeschreiblich akkurat macht. Auch der Klang beschreitet einen extrem angenehmen Weg zwischen dumpf und mittelhell. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl dass die Tasten eine Zwischenstufe besitzen, die zusätzliches Feedback in der Form von Vorahnung des erreichen des Tastenbodens vermittelt, wodurch die Tastatur ein unglaubliches Prazisiongefühl besitzt. Neben dem X1 ist dies die beste Chiclettastatur, die mir je untergekommen. Die gesamte Haswell und Broadwell Palette kann hier vor Scham einpacken.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem W540 sind die semi-dedizierten Lautstärketasten. Diese sind Teil er Tastatur und ersetzen die nutzlosen shortcut Tasten des W540. Weiterhin vorhanden sind allerdings die Lautstärketasten als Teil der Mediatasten auf F1 bis F4, wodurch diese Funktionen jeweils doppelt belegt sind. Dies hätte man sicherlich eleganter lösen können. Auch die Tatsache dass die F-Tasten primar Multimediatasten sind sorgt machmal für Verwirrung. Für eine Workstation wäre eine umgekehrte Belegung sinnvoller.

Das Backlight wirkt gleichmäßiger als beim W540, blendet aber größtenteils immer noch aus normalen Arbeitswinkeln.

Touchpad



Die große, glatte, wenn auch plastikhafte, Oberfläche erlaubt ein leichtes Gleiten der Finger und fühlt sich äußerst angenehm an. Es reagiert sehr zuverlässig erlaubt ein relativ genaues navigieren des Zeigers. Selbst Gesten wie Zwei-Finger scrollen werden fast ungewohnt zuverlässig umgesetzt.

Im Gegensatz zum W540 hat das P50 nicht nur Trackpointtasten, sondern auch dedizierte Touchpadtasten. Die Trackpointtasten sind etwas breit geraten und bieten nicht sehr viel tiefe. Ihr Klick ist dafür, Dank fester Unterlage, mit einem recht deutlichen, wenn auch eher weichem, Feedback verbunden.

Die Touchpadtasten transformieren das Touchpad in das beste, welches mir je untergekommen ist. Klicks werden niemals fehlinterpretiert, da die Tasten dediziert sind. Zudem funktionieren Klicks immer zuverlässig und setzen Eingaben 100% richtig um, da die Tasten dediziert sind. Ein Trend sollte langsam sichtbar werden.

Es sind ungewöhlicherweise auch 3 Tasten vorhanden, so dass selbst ein Mittelklick mit dem Touchpad umgesetzt werden kann. Die Tasten haben einen relativ kurzen Hub und klingen sehr dumpf, wodurch sie sehr leise sind und beim Arbeiten, wie es sich gehört, in den Hintergrund treten.

Leistung



Das P50 hat einen Intel Xeon E3-1505M mit 45W TDP. Die Taktrate von mindestens 2,8GHz kann das P50 auch unter Prime95 und Furmark zugleich halten und sogar übertreffen. Nach 10 Minuten Stresstest hat sich die CPU bei einer Temperatur von 83°C bei 3,1GHz eingependelt, während die GPU (Quadro M2000M) 77°C erreichte. Dabei blieb das Gerät überall bis auf den hinteren Bereich sehr kühl. Dort wo sich die Lüftungsschlitze befinden wurde es warm, aber nicht heiß. Die Lüfter waren zwar deutlich hörbar, zogen sich allerdings aufgrund ihres eher zurückhaltenden Rauschtons eher in den Hintergrund zurück. Wenn das Gerät nur mit Prime95 belastet wurde, erreichte die CPU eine Temperatur von nur 63°C und der Lüfter blieb äußerst ruhig. Im Idle liegt die CPU Temperatur bei ungefähr 34°C und der Lüfter bleibt aus.



Das P70 schneidet mit seinem Intel Core i7-6820HQ und ebenfalls 45W TDP ähnlich ab. Nach 10 Minuten Prime95 und Furmark erreichte die CPU ebenfalls 83°C und läuft mit einem Takt von etwa 2,6-2,7GHz und bleibt damit im Rahmen des 2,7GHz Basistakts. Die GPU (Quadro M3000M) bleibt mit 68°C relativ kühl. Der Lüfter läuft mit relativ geringen Umdrehungszahlen von nur 2000 bis 3500 RPM unter Volllast, wodurch die Lüfter sehr leise und kaum wahrnehmbar ist.

Audio

Von Jahr zu Jahr schlechter. Das ist die ungeschriebene Regeln, denen ThinkPads folgen. Beim P70 hatte ich gewisse Erwartungen. Keine all zu hohen natürlich, aber ein 17” Gerät hat grundsätzlich zumindest einmal brauchbare Lautsprecher zu besitzen. Dem kann das P70 überwiegend, wenn auch nicht vollständig, gerecht werden. Die Positionierung ist mit der Lage zwischen der Tastatur und dem Display gut gewählt und nochmal etwas besser als beim W540. Dadurch wird der Klang nicht so stark durch Reflexionen verfälscht.

Während das P70 recht kräftige Mitten und halbwegs brauchbare Höhen besitzt, so sind Tiefen nicht vorhanden. Der Ton ist eher blechern, wenn auch auf gewisse Weise neutral, was allerdings zu einem weniger erfreulichen Hörerlebnis führt. Ein gewisses Volumen und Lautstärke sind vorhanden, doch ein wärmeres Profil, wenngleich es weniger linear wäre, ist bei Laptops aufgrund des Hörerlebnisses zu bevorzugen, da kaum einer diese als Ersatz für Studio Monitore nutzen wird. Ein Stereoeffekt ist nicht zu vernehmen, dazu wäre eine extremere Links-rechts Platzierung nötig. Um den Anforderungen eines 17 Zöllers gerecht zu werden, ohne große Änderungen vorzunehmen, wäre ein Tieftöner zwingend für das P70 nötig, um das Klangspektrum auch im unteren Bereich abzurunden und angemessenen Sound zu produzieren. Immerhin kann der Sound aber auch ohne als brauchbar bezeichnet werden, wie folgendes Video demonstriert:

https://www.youtube.com/watch?v=0pYWD75EItY

Nach dem P70 hat mich das P50 besonders schockiert. Gewiss muss es gar ein bisschen schlechter als das P70 sein, oder nicht? Es ist kleiner, dünner und leichter, mit ähnlichen Features! Doch wer so denkt, der denkt falsch. Mit einer maximalen Lautstärke von etwa 70dB sind Lautsprecher nicht übermäßig laut, aber doch in der Lage einen kleinen Raum mit wenig Hintergrundgeräuschen zu beschallen. Nahe der Maximallautstärke sind teilweise Verzerrungen zu vernehmen.



Beim P50 ist kein Stereoeffekt zu verzeichnen, doch die Platzierung der Lausprecher ist dennoch, wie beim P70, lobenswert. Dafür liefern die Lautsprecher einen äußerst warmen und, im relativen Sinne, ausgewogenen Sound. Sie erreichen Frequenzen von über 19KHz (darüber kann ich nichts wahrnehmen) und gehen, wohlgemerkt bei brauchbarer Lautstärke, bis 150Hz hinunter. Der Fokus liegt auf den Tiefen Frequenzen im 150 bis 600 Hz Bereich, wodurch eben der warme, recht füllige Sound produziert wird. Dies wird zusätzlich durch die etwas zurückhaltenden tiefen Mitten unterstrichen. Dank übermäßig starken, aber noch nicht schrillen, Mitten, wird trotz der Tiefenbetontheit eine klarer Sound vorgekauelt, da diese sozusagen durch die Tiefen durchschneiden. In den Höhen schwächeln die Lautsprecher jedoch, was allerdings nicht zwingend als negativ zu betrachten ist, da kleine Lautsprecher eher in diesem Bereich Sound produzieren und ein abdämpfen dieser Region zu ausbalancierteren Sound führen kann. Das Resultat ist wirklich äußerst beeindruckend und nicht nur dem W540, sondern jedem ThinkPad seit dem X301 haushoch überlegen, wie dieses Video verdeutlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=J7iH31HFqRQ

Dieses Frequenzdiagram bestätigt und veranschaulicht die Beschreibungen zu den Lautsprechern des P50:



Auch das Mikrofon, obwohl deutliches Rauschen zu vernehmen war, klang ausnahmsweise einmal brauchbar. Hier werde ich aber noch genauere Tests machen müssen falls sich die Gelegenheit ergibt. Gleiches gilt für die Soundkarte.

Akkulaufzeit



Diese konnte ich nicht testen. Da Beide Geräte mit großen 90Wh Akkus erhältlich sind, liegt meine Grobe Schätzung bei 6 Stunden oder mehr bei mittlerer Nutzung, also Office, surfen, Videos, Musik und ähnliche Aktivitäten. Das 4k Display dürfte dabei relativ viel Strom verbauchen. Da noch keine Informationen zum LQ156D1JW05 vorliegen ist allerdings noch nicht bekannt, wie viel es verbraucht. Lenvo gibt bis zu 13h Laufzeit mit der Intel Grafik und bis zu 9h Laufzeit mit der NVIDIA Grafik an. Zwar führen sie ihre Tests, soweit mir bekannt, mit 200 nits Bildschirmhelligkeit durch, lassen die Geräte allerdings im Idle. Eine genaue Aussage zur Akkulaufzeit kann ich aber letztendlich nur nach einem Akkutest machen.

Für das P50 gibt es zwei verschiedene Akkus. Beide werden unter der Handballenauflage angebracht und lassen sich sehr schnell und leicht entfernen, wodurch das mitführen weiterer Akkus bei Bedarf eine gute Option darstellt. Der 6c Akku wiegt 120g mehr als der 4c Akku.

Zusammenfassung

Gerade im Vergleich zum W540 erscheinen das P50 und P70 überteuert. Doch dies ist nicht der Fall. Mit dem P50 und P70 bietet Lenovo nach etlichen Jahren endlich wieder wahre Qualität, keine Scheinqualität wie bei der Haswell und Broadwell Serie. In beinahe jeder Disziplin können diese neuen Workstations überzeugen. Besonders das Gehäuse übertrifft so gut wie jedes ThinkPad aus der Lenovo Ära. Ports sind vielseitig vorhanden und zukunftssicher gewählt, wie es bei einer Worksation zu erwarten ist. Obendrauf sind sie auch noch günstig positioniert.



Das Display erlaubt sich ebenso keine Schwächen und könnte lediglich durch ein 16:10 Format verbessert werden. Auch bei der Tastatur hat es Lenovo endlich geschafft das durchzusetzen, was sie uns seit 2011 versprochen haben, aber nie liefern konnten. Eine Chiclet Tastatur, welche die gesamte Konkurrenz wegfegt und selbst die klassischen Tastaturen beschämt. Absolute Perfektion könnte hier nur noch durch ein sinnvolleres Layout erreicht werden.

Leistungsmäßig kann das W540 ebenfalls deutlich übetroffen werden, da nun kein Throttling mehr auftritt und die CPU ständig den Turbo Modus verwenden kann. Dabei bleiben auch die Temperaturen sowohl im Innenleben, als auch auf den Oberflächen im Rahmen.

Ein paar Überraschungen konnte das P50 auch liefern. Als erstes ThinkPad seit dem X301 bricht es den Fluch der schlechten Lautsprecher und bringt nicht nur eine deutliche Verbesserung, sondern liefert auch absolut gesehen sehr guten Klang. Ob dies jedoch auch bei der Soundkarte so ist muss sich noch zeigen.

Überhaupt ist die Liebe zum Detail beim P50 wieder sehr deutlich. Die Festplatten LED, die Touchpadtasten und unerreichte Verarbeitung tragen dabei ebenfalls ihren Teil bei.

Besonders die Haswell Geräte, darunter das W540 wurden viel kritisiert. Manche meinen zu unrecht, doch meine Einstellung dazu dürfte nach meinem T540p Review klar sein. Dass Lenovo mit dem P50 also so gut wie jede Kritik, die ich in meinem T540p Review geäußert habe, adressiert hat, verblüfft mich umso mehr. Mit dem P50 und P70 hat Lenovo nicht nur einen Schritt in die richtige Richtung gemacht; sie haben einen Sprung geschafft. Nachdem mit der Haswell und Broadwell Serie ein absolutes tief erreicht wurde, scheint es wieder Bergauf zu gehen.

Wenn Lenovo es schafft, auch die anderen Skylake Geräte auf dieses Niveau zu bringen und vor allem daran arbeitet, weiter in diese Richtung zu schreiten, dann dürften ThinkPads sehr bald wieder die Werte verkörpern, die in den letzten Jahren verloren gegangen sind.

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Aktualisiert: 27.12.2015 um 11:45 von Akira

Kategorien
Testberichte , ThinkPad

Kommentare

  1. Avatar von andy
    Vielen Dank!
  2. Avatar von Mornsgrans
    Sehr informativer Beitrag, der aufzeigt, dass Lenovo wohl wieder auf dem Weg "Back to the Roots" ist und ThinkPad-spezifische Eigenschaften wieder in den Vordergrund rückt..
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